Das gemöterlischste Zeltlager der Welt

war heute vor unserer Uni zu bestaunen. So gemöterlisch, so süß, so putzig! Stellen Sie Sich vor, ein lauer, sonniger Sommerabend in der bayrischen Landeshauptstadt, die Sonne beleuchtet in ihren schönsten Farben, die sie nur abends zeigt, die umgebenden Unigebäude. Vor dem Hauptgebäude ein paar wenige Zelte, dazwischen ca. 5 Studenten die Volleyball spielen, irgendwo auf der Wiese liegt ein schlafendes Wesen auf der Wiese und scheint die Welt um sich herum fast vergessen zu haben. Überhaupt ist ales so ruhig, so friedlich, die vorbeibrausenden Autos und vorbeihastenden Menschen scheinen hier keinen zu stören. Umgekehrt wird die kleine Zeltstadt aber auch von keinem anderen wahrgenommen, sehr fein gekleidete Menschen strömen in die Uni, vermutlich in eine Abendveranstaltung, keiner schenkt den Zelten große Beachtung. Das ganze wird zu Anfang noch liebevoll behütet bewacht von einem Polizisten, später von einem einzigen Sicherheitsmännchen. Darüber der Abendhimmel, Idylle, eine Welt für sich.

Dieses heimelige Kuschellager nennt sich seit heute Bildungscamp.

Für alle Ungebildeten: Bildungscamp ist wenn mein großer Freund Stuve (das ist sowas wie SMV für Studenten) man gegen Studiengebühren protestoiert und es interessiert keinen.  😆 😆

6 Kommentare zu „Das gemöterlischste Zeltlager der Welt“

  1. Achja, Bildungsstreik. Die Forderungen da sind echt lächerlich, ok, keine Studiengebühren fände ich auch gut. Aber Hochschulzugang ohne Abitur??? Oder weg mit dem Bachelor, weil der zu verschult ist?? Nein Danke!
    Der Bachelor ist das beste, was mir passieren konnte, am Anfang wird man wirklich an die Hand genommen und macht, was einem gesagt wird. Später kennt man sich besser aus und darf dann selbst seine Schwerpunkte setzen. Super! Einzig die Absprachen zwischen den einzelnen Hochschulen, was z.B. die Dauer des Praktikums angeht, wären wünschenswert. Für manche Masterstudiengänge soll man 7 Semester studiert haben, ich brauche aber regulär nur sechs…

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  2. Ach ja. So putzige Aktiönchen, die außer denen, die sie veranstalten, eigentlich niemanden interessieren, die sind mir auch von meiner Uni noch allerbestens in Erinnerung. *gähn*

    (Danke für die liebe Mail, ich melde mich!)

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  3. Lottea, ich freu mich sehr, dass das BA/ MA-System für Euch so gut taugt, aber ich habe hier ja schon öfters erklärt, dass es für Fächer wie das meine eine Katastrophe ist: Aus diversen Gründen ist es für geisteswissenschaftliche Fächer einfach absolut unpassend, wir hatten vorher viel mehr Freiheiten, selber über Studieninhalte bestimmen und als Geisteswissenschaftler WILL man sich einfach auch mit bestimmten Dingen intensiver beschäftigen und will sich diese Dinge entsprechend den persönlichen Interessen auch selber auswählen, dafür bleibt im Bachelor keine Zeit. Außerdem wird es deutlich schwerer, im Ausland zu studieren, was ich ganz fatal finde. Und nicht zuletzt hat für mich persönlich – ich kann da jetzt für die naturwissenschaftlichen Fächer nicht mitsprechen – einfach die Prämisse, dass es zum Studium auch gehört, dass man lernt, sich selber zu organisieren und nicht wie in der Schule alles, Stundenplan, Lernpensum etc. vorgesetzt bekommt und nur „schlucken“ muss, daher auch der Slogan „Bildungsfabrik“. Aber dafür bin ich wohl zu sehr Geisteswissenschaftler, ich glaube gerne, dass es für andere Fächer ganz gut so passt. Daher kann ich diese Forderung schon ganz gut nachvollziehen. Hochschulzugang ohne Abitur finde ich aber natürlich auch ganz schön dreist, davon habe ich noch gar nicht gehört und musste ersteinmal lachen, als ich Deinen Kommentar gelesen habe.

    Zimtapfel 😀

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  4. Ach, toll, ich war also nicht die Einzige, die das so empfunden hat. Ich weiß noch genau wie das war, letztes Jahr; ich hatte von dem Bildungsstreik gehört, bin erstmal in den Lichthof, weil ich dachte: Wenn Streik, dann Streik. Da war niemand. Auf dem Weg zur Nominalphrase stellte ich erstaunt fest, dass der Bildungsstreik aus StuVeLeuten (das sind so total kritische Studenten) bestand, die nett in der Obhut der Polizei vor dem Hauptgebäude zellteten und wie immer sich ganz toll fanden. Ich stellte fest, dass es der Menschheit mehr bringt, wenn ich jetzt in meine Nominalphrase gehe, mein Studium beende und danach kleine, junge Studentinnen mit Rebellpotential indoktriniere. Wenn die Revolution beginnt, dann werde ich es schon merken (ich habe damals deswegen bei dem ganzen StuVeQuatsch mitgemacht, weil ich Angst hatte, was zu verpassen).
    Ich habe tatsächlich bemerkt, als die Revolution begann. Ohne StuVe. Die StuVe hatte ja auch nichts damit zu tun gehabt.
    Dieses Jahr wird es wieder ein Bildungscamp geben, diesmal lediglich von Leuten organisiert, bei denen ich sagen kann:
    Es wird toll! Und es wird sinnvoll!

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