früh morgens, wenn die Elefanten pinkeln…

Seit diese Woche hat mich also das Unileben wieder, zumindest ein paar wenige Kurse hab ich mir rausgesucht und hatte ich doch im April Zweifel, ob ich wieder so weitermachen könnte wie früher, so kann ich jetzt doch freudig sagen „Ja, ich kann’s noch!“ und – hach! – ich liebe es wie eh und je. 😉

Und pünktlich zum verspäteten Semesterstart gibt es auch wieder sprachwissenschaftlichen Blogcontent! Nebenbei, hier liegen auch noch einige angefangene Beiträge auf Halde, um die sollte ich mich auch mal dringend kümmern. Gestern war ich in einem Kurs über Khoisan-Sprachen, das ist eine Sprachfamilie in Südostafrika, also in Namibia und Südafrika, die sich dadurch hervorhebt, dass sie extrem viele Klicklaute enthält. Diese Clicks können an verschiedenen Stellen im Mund gebildet werden, z.B. vorne mit der Zungenspitze, seitlich oder hinten mit dem Zungenrücken und hören sich je nach Artikulationsort entweder wie ein kleines „Klack“ (vordere Clicks) oder eher wie ein Schmatzen (hintere Clicks am Zungenrücken) an. Klicklaute kommen in einigen der Sprachen der Khoisan-Sprachfamilie in fast 70% der Wörter vor und dementsprechend hört sich das auch an.

Jedenfalls kam gestern in der Stunde ein kleiner Ausdruck vor, den ich einfach göttlich finde:

Kham tàmà ‡khòàdi. Das bedeutet wortwörtlich übersetzt:

pinkeln nicht Elefantenkuh von,

also etwa ‚von dem Nicht-Pinkeln der Elefantenkuh‘.

Tatsächlich aber ist dieser doch relativ komplexe Ausdruck eine einfache kleine Zeitangabe und bedeutet „sehr früh (am Morgen)“, also noch bevor die Elefantenkühe aufstehen und zum Pinkeln gehen. 😀 Wiedereinmal ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie Sprache und Kultur zusammenhängen. Hab ich schon erwähnt, dass ich mein Fach liebe? 😉

(Daumen müssen leider noch bis nächste Woche gedrückt werden, der Herr Professor und ich verstehen es seit inzwischen fast zwei Monaten hervorragend, uns so abzustimmen, dass immer genau einer von uns nicht in der Stadt ist… Nächste Woche hoffentlich endlich!)

5 Kommentare zu „früh morgens, wenn die Elefanten pinkeln…“

  1. Bitte das verlinkte Video anzusehen, da hört man die Aussprache sehr gut. Zwar nicht von diesem Ausdruck, aber man bekommt trotzdem einen guten Eindruck.

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