Interview zum Bachelor-Murks

Bei ihr schonmal in einem Kommentar erwähnt, hier nun für alle:

Dieser mutige Professor aus Mainz hat endlich einmal die Stirn, etwas gegen diesen ganzen Bachelor-Müll zu tun und hat aus Protest seine Professur niedergelegt, chapeau! (Er gibt allerdings auch zu, dass das für viele seiner Kollegen nicht möglich ist, weil sie z.B. Familie zu ernähren haben, aber trotzdem: Endlich einmal jemand, der den ersten Schritt macht!) In dem Interview spricht er mir vollkommen aus der Seele, jeder einzelne Punkt!

5 Kommentare zu „Interview zum Bachelor-Murks“

  1. Hm. Dein Auskotz-Beitrag über die Bachelor/Master-Sache war der erste Beitrag den ich bei dir gelesen (und kommentiert ;)) habe. Ach ja. Ich bin ja immer noch nicht weit – 2. Semester jetzt – aber bisher muss ich sagen finde ich es eigentlich ganz wunderbarst. Gut, die Probleme à la „Fach x nur in Semester 3, 5 oder 7“ habe ich an der Fernuni nicht und auch sonst fallen ein paar klassische Kritikpunkte weg. Aber ich finds ehrlich gut. Neulich gabs bei Miri schon mal ein Fazit dazu (Link siehe Blogroll :D) und auch da hab ich eher positive Erfahrungen zum Ausdruck gebracht. Aber mein Eindruck bezieht sich eben auch nur auf meine BISHERIGEN Erfahrungen und das heisst gar nichts 😉 Nun ja, man wird sehen, was ich in 3 Jahren dazu sage..

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  2. Ha. Ich glaube, dein Bachelor-Master-Pamphlet war auch einer der ersten Beiträge, den ich hier kommentiert habe. 😉

    Das tragische an der Aktion dieses Professors jetzt ist, das er kurzzeitig ein winziges bißchen Staub in den Medien aufwirbeln wird, aber langfristig, naja, ich schätze, seine Uni wird die Stelle eben neu besetzen, am besten ein jüngerer Kollege, noch besser ein Juniorprofessor, dann ist das ja sowieso alles viel billiger, und das wars dann. Und alles, was er damit dann langfristig erreicht hat, ist, das noch mehr Lehrqualität zu Lasten seiner Studenten den Bach runtergeht.
    Also, auch wenn ich ihn und seine Handlungsweise absolut verstehe, erreichen tut er damit im Endeffekt für die Studenten vermutlich gar nichts oder sogar eher noch eine Verschlechterung der Situation.

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  3. Danke für deinen überaus laaaangen Kommentar bei mir! 🙂
    Ich stimme Zimtapfel zu. Und ich finde dein „Auskotz-Beitrag“ 😉 und Kommentar bei mir sehr verständlich. Sicher auch weil du eben ein „Exoten-Fach“ studiert hast und sicher an der Uni hautnah mitbekommst, wie da nun alles verschult und strukturiert wird.
    Dennoch muss ich zugeben, dass eine Reform fällig war. Der Diplom-Erziehungswissenschaftsstudiengang, den quasi die Studenten zwei Jahrgänge vor mir studiert haben, war mehr als eingestaubt. Und auch in den alten Naturwissenschaftlichen Studiengängen fehlten eben vielmals die praktischen Einführungen, ein strukturierter Plan, eine genaue Aufschlüsselung über die Inhalte des Studiums.
    Und das wurde mit dem neuen System erreicht. Es wurden Strukturen geschaffen (auch wenn man es vielerorts eben mit den Verregelungen übertreibt), es wurden praktische Module integriert (mein Kontextmodul in interkultureller Kommunikation war sehr sehr spannend und hat mich, denke ich, sehr fit gemacht, was das spätere Arbeiten in internationalen Teams betrifft. Das Master-Projekt in der Wirtschaft hat mich befähigt in einer kleinen Gruppe ein Projektthema zu bewältigen. Mit allen drum und dran, mit Zeitplan aufstellen, Untersuchung vorbereiten, Literaturrecherche, Durchführung der Untersuchung, Erstellung eines Handlunsgleitfadens auf Basis der Utersuchungsergebnisse usw.), und vor allem es wurden konkrete Studienpläne aufgestellt, wo auch für den späteren Arbeitgeber ersichtilich ist, was du in deinem Studium eigentlich durchgenommen hast. Und durch die straffe Struktur wurde auch das einstige „Bummeln“ etwas unterdrückt. Denn nun wird man geführt und man hat einen Plan, wann was zu belegen ist.

    Für viele Fächer, wie die Naturwissenschaften, die Ingenieurswissenschaften und eben auch einen Teil der Geisteswissenschaften sind das alles erstrebenswerte Dinge, die dich auch fit für den Beruf machen. Und in diesem Fall muss ich dem Prof wiedersprechen. Für viele ist das Studium nun mal eine „Erstausbildung“, nach dem der Beruf folgt. Und da muss ich fit sein. Mein Arbeitgeber interessiert es später nun mal kaum, ob ich dieses und jenes Seminar besucht habe, sondern ob ich fähig bin in dem Job zu arbeiten. Sowohl inhaltlich (fachthematisch) als auch an Hand der Kompetenzen (selbstständig arbeiten, übergreifend denken etc.).

    Der Haken an Bologna liegt meiner Meinung nach aber an der Tatsache, dass im Grunde nix Neues erschaffen, sondern lediglich die alten Inhalte in ein verkürztes Studium gepackt wurden. In meinem Studiengang ist das nicht so, aber wohl insbesondere in den Ingenieurswissenschaften. Und das kanns meiner Meinung nach nicht sein. Die Idee hinter Bologna ist gut, es scheitert allein an der Umsetzung. Es ist zu straff organisiert, die Stundenpläne sind zu voll. Die Studenten müssen zu viel zu schnell auswendig lernen und fühlen sich ständig gestresst. Was fehlt ist einfach ein oder zwei Semester mehr Zeit.

    Und von wegen des wissenschaftlichen Lernens. Vielleicht wäre eine Lösung ja, den Bachelor wirklich etwas ausbildungsgerichteter zu strukturieren, und dafür eben den Master komplett wissenschaftlich auszurichten. Also nur für die anzubieten, die wissenschaftlich forschen, neues entdecken oder sich einfach noch etwas mehr „weiterbilden“ wollen.

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  4. Danke für Eure langen und ausführlichen Kommentare. Schön zu hören, dass es für Eure Fächer passt und dass Ihr davon profitiert habt. Ich habe immer gesagt, ich glaube durchaus, dass es z.B. für naturwissenschaftliche Fächer durchaus passend sein kann, immerhin war der Stundenplan in diesen Fächern auch schon vorher sehr verschult, aber ich bleibe trotzdem bei meiner Meinung, dass es – zumindest für geisteswissenschaftliche Fächer wie z.B. mein Fach – absolut bescheuert und vor allem unnötig war. Ein Studium soll zum selbstständigen Denken erziehen und nicht zum Auswendiglernen. Wir hatten mit dem Magister bzw. Diplom ein durchaus anerkannten und praktikables Modell, wohingegen jetzt ganz eindeutig die Nachteile überwiegen.

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