Frau Dr. Anskus Gesetz von der 4-Phasen-Bloggerei

Es gibt beim Bloggen vier Phasen. Diese vier Phasen wechseln sich immer in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ab. Die abhängige Variable nennen wir in diesem Fall den „Input“ von außen, das können für einen Blogger, der gerne und viel aus seinem Alltag erzählt, viele spannende Erlebnisse sein, für einen Blogger, der eher über allgemeinere Themen redet, kann das z.B. eine interessante Diskussion in der realen Welt, der Gesellschaft etc. sein. Weitere Faktoren sind Zeit und Motivation. Zusammenhänge zwischen den einzelnen Phasen können u.U. bestehen, sind aber nicht zwingend, so kann es z.B. gelegentlich Zusammenhänge zwischen [Zeit] und [Motivation] geben, diese müssen aber nicht zwingend bestehen.

1. Phase: [+ Motivation] [- Zeit] [+ Input]

Der Blogger hätte eine Menge zu erzählen, es gibt reichlich Input vom Leben außerhalb des Internets. Der Blogger würde diesen Input auch sehr gerne mit der Fangemeinde teilen, aber der Input von außerhalb ist so reichlich, dass keine Zeit zum Bloggen bleibt. Ein sehr typischer Gedanke für diese Phase wäre z.B. „DAS muss ich unbedingt noch bloggen.“, um dann eine Woche später festzustellen, dass man es trotzdem nicht gebloggt hat.

2. Phase [- Motivation] [- Zeit] [+ Input]

Der Input von außen, sprich das Leben ist so übermächtig geworden, dass der Blogger sowieso keine Zeit hat und auch gar keine Lust mehr verspürt, noch übermäßig viel Zeit im Internet zu verbringen. Ein sehr typischer Blogeintrag für diese Phase sähe so aus: „Schon lange nicht mehr hier gemeldet, aber ich verspreche, mich zu bessern!“

3. Phase [- Motivation] [+ Zeit] [± Input]

Das Leben plätschert so vor sich hin und gibt deshalb meistens auch nur sehr wenig Input, sprich schreibenswertes her. Aufgrund der Tatsache, dass es nur sehr wenig Input gibt, lassen sich oft schwerer bloggenswerte Themen finden, der Blog verwahrlost. Diese Phase kann auch unabhängig vom Input einhergehen mit einer allgemeinen Blogmüdigkeit. Typischer Post für diese Phase „Hallo, mich/ uns gibt es noch! Hier ist alles in Ordnung und ich melde mich bald wieder.“ Das „Bald“ ist dann aber in den meisten Fällen doch wieder nach einem Monat, wie man erst im Winter anhand mehrerer Beispiele beobachtet hat. 😉

4. Phase [± Motivation] [+ Zeit] [- Input]

Diese Phase stellt bei weitem die psychisch schwerste dar, sie ist gekennzeichnet von einer großen Affinität zur virtuellen Welt, gleichzeitig aber grosser Ideenlosigkeit, was zu einer extremen psychischen Zerrissenheit führen kann. Das reale Leben ist für einen Moment etwas ruhiger geworden, es gibt nicht wahnsinnig viel spannendes zu berichten, es ist ungefähr wie wenn man einen Freund trifft und die neuesten Neuigkeiten austauscht „Ja, Arbeit läuft wie immer“ – „Ach ja, bei mir auch alles wie immer.“ und dann war’s das. Gleichzeitig aber hat man in dieser „Ruhepause“ plötzlich sehr viel Zeit und urplötzlich auch sehr viel Lust, etwas zu Bloggen. Man könnte ja mal wieder die Leserzahlen etwas ankurbeln oder so. Aber sobald der Blogger dann vor dem Laptop Platz genommen hat, ist es entweder sofort wieder vorbei mit der Motivation oder es fallen dem Blogger partout keine Themen oder bloggenswerten Dinge ein, die er der Fangemeinde berichten könnte. Das Leben gibt momentan keine spannenden, extrömst dusseligen oder hammerlustigen Stories her, nicht einmal eine reißerische gesellschaftliche Diskussion oder dergleichen und allgemeine (Grundsatz-)Themen erscheinen alt und schon zehnmal abgelatscht und durchgekaut. Typische Posts für diese Phase sind u.a. Posts über Unnützes Wissen unnütze Dinge, Aufarbeitung von Stöckchen Blogspielchen etc. oder Ansku-Tunes Musik. 😉

Der statistische Idealfall [+ Motivation] [+ Zeit] [+ Input] dagegen konnte leider bisher noch nicht wissenschaftlich identifiziert werden.

In einem Satz zusammengefasst, ein Fazit: Bloggen ist komisch und irgendwie nicht wirklich mit dem Leben kompatibel. Aber wir tun es trotzdem, irgendwie und so zwischendurch. 😉

Und ich stecke übrigens grad irgendwo zwischen Phase drei und vier.

Gell, jetzt verstehen Sie die Welt die ganze Bloggerei etwas besser, nicht wahr? 😀

Herzlichst, Ihre Frau Dr. Ansku

15 Kommentare zu „Frau Dr. Anskus Gesetz von der 4-Phasen-Bloggerei“

  1. Vielleicht solltest du mal ein Buch zu dem Thema schreiben oder darüber promivieren? „Die 4-Blog-Phasen nach Ansku“?

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  2. Hervorragend Frau Ansku! Ich bin beeindruckt! Sie haben eindeutig den scharfen Blick fürs Analysieren und gehen den Dingen auf den Grund! Ich denke als Doktorand sind sie auf dem richtigen Weg. Wissenschaftler wie sie braucht die Welt. 🙂
    Also ich mach es einfach so: Ich blogge, was mir so in den Sinn kommt und erzähle, was ich so gemacht habe, um u.a. meine weit verstreuten Freunde auf dem Laufenden zu halten. Bloggen tue ich also, wenn Zeit ist und ich motiviert bin. Der Input ergibt sich dann so. 😉

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  3. Das war mir jetzt zu theoretisch… aber vielleicht könntest du einen Abhandlung darüber schreiben, wie man es mit dem Blog und den realen Kontakten so hält? Ich z.B. schaue schon, dass nur handverlesene Leute aus meinem realen Umfeld den Blog kennen. Einfach um mir die Möglichkeit zu lassen, wirklich über alles schreiben zu können, was es so gibt.

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  4. Klingt recht stimmig. Da kommt ja dann doch die akademisch geschulte wissenschaftliche Mitarbeiterin durch 😉

    Wobei ich mich nur teilweise wiederfinde, da der themenzentrierte Blogger (blogger à thème) z.T. etwas anders strukturiert ist 🙂

    Gruß
    b.

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  5. Aber sicher, das wird alles veröffentlich und es wird ein ruck durch die Wissenschaft gehen. 😉

    Miri, eigentlich mach ich das ja meistens auch so, nur manchmal passt es eben alles nicht zusammen. Aber darüber hätte ich keinen Blogeintrag schreiben können. 😉

    Markus, ist in Arbeit.

    Beekarma, kann ich mir vorstellen! Themenblogs sind nochmal was anderes, aber manchmal auch nicht

    Frau Momo, danke :))

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