Deutschlandreise – der zehnte Tag

Zehn Tage bin ich schon unterwegs? Das kann nicht sein, es kommt mir vor wie drei Tage. So schnell ist die Zeit bis jetzt vergangen und so viele liebe Menschen habe ich bis jetzt getroffen. Aber das ist ja noch nicht alles, ne?

Entgegen meiner Gewohnheiten der letzten Tage, wo ich gar nicht spät genug aus dem Bett kommen konnte, bin ich früh um sieben wach und kann nicht mehr einschlafen, das mag vielleicht am Gewusel in unserem Dreier-Jugendherbergszimmer liegen, man weiss es nicht. Also beschliesse ich irgendwann aufzustehen und erstmal frühstücken zu gehen, vielleicht ist bis dahin die junge Studentin, die noch am Abend zuvor angekündigt hatte, sie muss früh in die Uni, geduscht und ich kann das Bad benutzen. Ich bin ausserordentlich positiv überrascht von dem Frühstück in dieser Jugendherberge, muss ich echt mal sagen. Relativ einfach, typisch Jugendherberge, aber vom Kaffee bis zum Gemüse ist alles wirklich sehr frisch und sehr lecker. Kann ich nur empfehlen, diese Jugendherberge. Zurück im Zimmer schläft unser Erstsemesterküken natürlich noch und als ich sie vorsichtig frage, ob sie nicht zu spät zur Uni kommt, antwortet sie, es sei doch etwas spät geworden gestern und das ist ja nur eine Einführungsveranstaltung… Alles klar! In dem Moment wünschte ich mir, auch nochmal Ersti zu sein. 😆

Ich mache noch einen Spaziergang durch die Unterholzstadt und erklimme den Burgberg. Es ist nicht ganz so sonnig wie gestern, aber trotzdem habe ich eine gute Aussicht über die Stadt und geniesse es, etwas hier zu verweilen und über die gestrige Begegnung nachzudenken. Gegen Mittag ist es Zeit, meinen Koffer aus der Jugendherberge zu holen und zum Bahnhof zu gehen. Ich gehe sehr zeitig los, schließlich will ich zu Fuß zum Bahnhof und noch etwas die inzwischen hervorgekommene Sonne geniessen und das Flair der Unterholzstadt. Zuerst geht auch ncoh alles gut, ich bin gar nicht nervös wegen des Zuges, ich habe noch fast eine Stunde Zeit und etwa eine halbe Stunde Weg vor mir. Doch dann stellt sich wieder so eine geniale Abkürzung von mir nicht wirklich als Abkürzung, sondern nur als Umweg heraus und ich werde doch leicht panisch, das gibt sich aber wieder, weil ich schnell den richtigen Weg finde. Immerhin, fast 30 Minuten zu früh am Bahnhof, aber wenigstens nicht durchgeschwitzt. Und ich hab noch in Ruhe Zeit, Fahrkarten zu kaufen.

Fahrkarten kaufen ist lustig. Ich tippe mehrere verschiedene Verbindungen in den Fahrkartenauotmaten ein und schließlich endlich stellt sich heraus, dass die Verbindung mit IC mich mit meinr BahnCard tatsächlich billiger kommt als eine Verbindung mit RE, denn dafür kann ich die BahnCard nicht nutzen. Wow! Die Fahrtzeit ist die gleiche, nur der IC fährt 10 min. früher und kommt somit auch 10 min. früher an. Dann hatte mein Gerenne zum Bahnhof ja doch etwas Gutes. 😉

In Minden werde ich sehr herzlich von Soulsilence in Empfang genommen. Wir fahren noch kurz etwas einkaufen und dann nach Hause, wo ich auch Lana endlich einmal kennenlernen darf. Die Dame freut sich auch immer über Besuch und wir verstehen uns von Anfang an ziemlich gut. Ich werde mit Kaffee und Kuchen verköstigt und tja, was soll ich sagen, die Plapperei nimmt ihren Lauf. 🙂 Zwischendurch bekomme ich noch ein feines Abendessen serviert, außerdem hab ich zu meiner größten Faszination zum ersten Mal so ein Internet-Handy-Communikator-Dingens kein iPhone in der Hand und werde von Frau Soulsilence in die Geheimnisse der allerallerbrandneuesten Technik eingeweiht. Faszinierend ist das, nur eine Frage stellt sich mir jetzt: Und warum hab ich so ein Dingens nicht für die Deutschlandreise gehabt???

Irgendwann kommt das Gespräch natürlich auch aufs Bloggen und ich bewundere laut dieses schöne Widget auf Frau Soulsilence’s Blog, wo man sehen kann, was am heutigen Tag vor einem Jahr passiert ist. Dann muss ich kuz überlegen und mir fällt ein, dass ich mich genau heute vor einem Jahr zum Magister angemeldet habe. Und jetzt sitzen wir hier, ich habe mein Abschlusszeugnis und zerbreche mir Frau Soulsilence’s Kopf über meine berufliche Zukunft. Wow!

Überhaupt, Berufswahl, das ist ja auch so ein Thema. Gegen Abend, nachdem ich Frau Soulsilence fast einen Nachmittag lang mein Berufswahldilemma geklagt habe und diese mir mehr als geduldig zugehört hat, gelegentlich etwas geraten oder aus eigenen Erfahrungen beigesteuert hat, gegen Abend passierte dann noch so etwas, was mich irgendwie sehr berührt hat. Plötzlich sagt Frau Soulsilence unvermittelt „Aber wenn man Dich so sprechen hört, dann merkt man doch, dass Du Dich doch eigentlich schon entschieden hast.“ und ich bin erstmal ziemlich baff und denke mir, wie kann ein Mensch, den ich seit ein paar Stunden persönlich kenne, so etwas von mir wissen. Doch dann begreife ich, dass das genau der Sinn und auch die Chance dieser Reise ist, denn ich selber, ich höre mich ja so selten reden, ich stecke in meinem Gedankenwirrwarr fest und kann kaum nach links und rechts sehen und da tut es gut, wenn jemand den Blick hat, um vor lauter Bäumen wieder den Wald zu sehen. Und noch besser, wenn dieser jemand mir etwas von seinem Blick mitteilt und abgibt. Und ich muss sogar zugeben, dass die gute Frau Soulsilence ein bisschen recht und eine sehr gute Menschenkenntnis hat. 😉

Doch damit der Höhepunkte nicht genug, des Abends durfte ich endlich endlich mit einer lieben Bloggerin persönlich mit einem leckeren brandneuen Mädchenbier anstossen und der letzte Höhepunkt des Tages folgte dann, als ich mein Schlafgemach aufsuchte, ich durfte nämlich das besuchsgeräumte, nigelnagelneue Gästezimmer in der Casa Soulsilence testen und einweihen und kann nur sagen, ich habe ganz wunderbarst geschlafen und kann dieses Quartier ganz bedenkenlos weiterempfehlen. Wenn also irgendjemand dort in der Gegend ist, unbedingt bei Frau Soulsilence vorbeischauen, es lohnt sich und ist wirklich ganz sehr viel äußerst nett!!! 😉 😆

Dankeschön, Danke besonders für’s Zuhören und für den Blick auf den Wald. An Euch alle. aber hier erstmal ganz besonders an Frau Soulsilence. Danke auch für die nette Zeit und für die Gastfreundschaft, es war alles eigentlich wie immer.

Wie immer ein wunderbarer, interessanter, lustiger und toller Tag.

3 Kommentare zu „Deutschlandreise – der zehnte Tag“

  1. In Minden haben wir ja auch jemanden und da wir genau dort demnächst zu Großeltern gemacht werden, wird es uns dort sicherlich bald hinverschlagen. Du wandelst irgendwie auch auf unseren Spuren 🙂

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  2. Hach, Du machst mich ganz verlegen! 😉

    Es war sehr schön, dass Du hier warst und es hat sehr viel Spaß gemacht mit Dir zu quatschen und das schöne Wetter zu genießen!

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