Deutschlandreise – der neunte Tag

Oh, wie bin ich aufgeregt. Heute geht es wirklich und richtig los auf große Reise. Ausnahmsweise bin ich sogar früher als der Wecker wach und frühstücke mit Papa. Dann kommt, was kommen muss: Ich habe mehr als genug Zeit, fange an aufzuräumen, die letzten Reste einzupacken und auf einmal, urplötzlich und aus dem nichts kommt die Panik, ich könnte ja meinen Zug verpassen. Hektisch versuche ich, meinen Koffer zuzubekommen, hektisch kontrolliere ich (zweimal), ob in der Wohnung, die ich nun wieder abgeben muss, alles in Ordnung ist, hektisch schnappe ich mir meinen Koffer, hektisch warte ich auf den langsamen Aufzug. Hektisch renne ich mit Koffer zum Hausmeisterbüro, um den Schlüssel abzugeben und sehe, während ich vor dem Büro auf der Straße stehe, noch die Rücklichter des Busses zum Bahnhof. Irgendwie schaffe ich es dann doch zum Bahnhof – wie bereits erwähnt, 40 Minuten zu früh. Ich beschliesse während ich über eine halbe Stunde warte und die Bettler vor dem Bahnhofsgebäude abwimmele, entweder diesen Urlaub als Selbsttherapie zweckzuentfremden oder mich nach dem Urlaub selbst schleunigst in Therapie einweisen zu lassen zu begeben.

Die Bahnfahrt macht mir Spass, nicht zu letzt machen mir die Zugbegleiter sehr viel Spass: Ich schwöre bei meiner BahnCard, ich habe selten „Senk ju vor träweling wis Deutsche Bahn“ in so reiner Form, so schön und so „akzentfrei“ wie in diesem ICE von Düsseldorf in die Unterholzstadt am 17.3. gehört. Hörrlisch, ich bin fast unter meinen Sitz gekrochen, um nicht laut loslachen zu müssen. Noch mehr lachen durfte dann bei einer Kopplung von zwei ICEs zwischdurch: „Se doors will remein looked (SIC!) until se cupling is completed.“ Ich glaub, ich weiss jetzt, was ich beruflich mache: Fremdsprachentrainerin für Bahn-Mitarbeiter, dieser Job wäre wahrlich eine Lebensaufgabe. 😉 Was nicht so schpassisch ist, ist die Fahrt durchs Ruhrgebiet, wenn der MP3-Player kaputt ist oder meint, kaputt spielen zu müssen und man auf das ICE-Boardprogramm angewiesen ist – ich kann leider im nachhinein nicht mehr sagen, ob ich zwischen Düsseldorf und Dortmund auch nur ein Lied zu Ende hören durfte OHNE eine Durchsage dazwischen. „Meine Damen und Herren, wir erreichen jetzt Essen Hbf. Ihr Anschlussmöglichkeiten in Essen Hbf sind…“ – 10 min. – „Meine Damen und Herren, wir begrüßen alle Fahrgäste, die in Essen Hbf zugestiegen sind…“ – 2 min. – „Meine Damen und Herren, wir möchten Sie noch auf unser BordBistro aufmerksam machen…“ – 10 min. – „Meine Damen und Herren, wir erreichen in Kürze…“ usw. und sofort und wieder von vorne

Ich bin in der Unterholzstadt! Am Bahnhof stelle ich mich erstmal gekonnt dumm und frage an der Info nach, wie ich denn zur Jugendherberge komme, schaffe es aber trotzdem, mich heillos zu verlaufen. Man sollte niemals glauben, man sei schlauer als die Einheimischen, AUCH WENN diese zunächst von der Frage nach einer Jugendherberge etwas überrascht scheinen. 😉 Irgendwann, einige Zeit später, komme ich in der Jugendherberge an, ärgere mich etwas, dass ich gleich Mitglied bei diesem Jugendherbergsring werden muss und somit doch im Endeffekt mit Aufnahmegebühr 38 Euro für eine Nacht loswerde und beziehe mein Zimmer, welches aber zu meiner großen Überraschung wirklich äußerst neu, modern und sauber ist. Toll! Hier lässt es sich aushalten. Ich mache mich nur kurz frisch, beschliesse, dass es bei dem Sonnenschein höchste Zeit ist, meinen Rock auszuführen bevor er im Koffer verschimmelt und mache mich auf in Richtung Unterholzstadt City. Das Wetter ist grandios zum Photografieren, Eisessen und gemütlich durch die Fußgängerzone schlendern. Schließlich hab ich fast alles gesehen, aber noch etwas Zeit übrig, also setze ich mich in ein Straßencafé, geniesse einen Cappucino, lese und lasse mir die Sonne auf den Pelz scheinen.Urlaubsfeeling delüxe kommt auf.

Dann ist es Zeit für das Treffen mit Frau Unterholz, die große Uhr finde ich auch zum Glück sofort. Wir beschliessen, in eine kleine Bar zu gehen und dort eine Kleinigkeit zu essen. Ich mache den Fehler, mir einen Salat mit Knoblauchsauce zu bestellen, was mir später etwas leidtut für meine Zimmergenossen in der Jugendherberge, denn die Sauce hat ihren Namen wirklich verdient. Aber alle leben noch. 😆 Nach dem Essen und nach einer noch viel längeren Ratsch-Session 😉 brechen wir noch zu einem kleinen (Verdauungs-) Spaziergang auf und ich sehe noch etwas die Unterholzstadt bei Nacht, das Unterholzspital live und in Farbe, allerdings in der Dunkelheit. Es ist auch eine große Freude und äußerst lustig, sich mit Frau Unterholz zu unterhalten, endlich darf ich lustige Geschichten aus dem Unterholzspital, Interessantes und Lustiges über die Unterholzstadt und ihre Bewöhner und noch einige andere lustige Sachen live und in Farbe persönlich hören. Spannend ist das, daran könnte ich mich gewöhnen, jeden Tag neue, interessante Menschen zu treffen!

Hach, verehrte Leserschaft und liebe Deutschlandtour-Blogger, langsam wird es langweilig, immer dasselbe zu schreiben, so langsam weiss ich nicht mehr, wie ich es noch formulieren soll, aber es stimmt nun mal! Deshalb ganz kurz, auf den Punkt gebracht und geradeheraus aus vollem Herzen. Das Treffen mit Frau Unterholz war wie alle Treffen wirklich äußerst nett und kurzweilig, nur mal wieder viel zu kurz. Schön, Dich persönlich kennengelernt zu haben!

Und nun folgen Sie mir bitte auf einen Spaziergang durchs Unterholz. 🙂

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5 Kommentare zu „Deutschlandreise – der neunte Tag

  1. Boah, so sieht das ja richtig nett aus in Unterholzstadt. Ist mir nie wirklich aufgefallen, das die Stadt so schön aussehen kann ….. ich bin ja nun auch öfter mal dort.
    Die Sparrenburg mußte ich natürlich auch schon erklimmen und die anderen Örtlichkeiten hab ich fast alle erkannt.
    Bin gespannt was der gebürtige Unterholstädter zu den Bildern sagt 😉

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