Deutschlandreise – Der achte Tag

Es geht in die zweite Woche! Ich fühle mich fast wieder fit, beschliesse aber trotzdem, es am Vormittag noch ruhig angehen zu lassen und verbringe den Vormittag damit, Wäsche zu waschen. Und siehe da, an meinem letzten Tag in Aachen haben sich doch tatsächlich alle dafür entschieden, dass sie ja zum Abschied auch mal nett und freundlich zu mir sein könnte, ich werde im Haus gegrüßt, zweimal stehe ich vor dem verschlossenen Büro des Hausmeisters, um eine Waschkarte zu bekommen bzw. um sie wieder abzugeben und zweimal kommen Hausbewohner vorbei und sagen mir von sich aus, wo der Hausmeister zu finden ist. Im Bus setze ich mich auf den einzelnen Platz in einer Dreier-Sitzgruppe und die ältere Frau mir gegenüber bietet mir den Platz neben sich an, damit ich in Fahrtrichtung sitzen kann. Find ich extrem süß und es versöhnt mich wieder sehr mit Aachen. 🙂

Gegen Mittag dann im strömenden Regen los zum Bahnhof und aus irgendeinem bescheuerten Grund beschliesse ich, einen Teil der Strecke zu laufen und aus irgendeinem bescheuerten Grund meine ich, DIE Abkürzung zum Bahnhof überhaupt gefunden zu haben – und komme 15 Minuten später fast an derselben Stelle wieder an. Naja, irgendwie schaffe ich es dann doch noch rechtzeitig zum Zug und dann geht es los nach Düsseldorf zu Frau Chrizzo und dem kleinen Mann. Die beiden erwarten mich mit Kaffee und Kuchen zu Hause, doch fällt mir kurz vor der Ankunft des Zuges in Düsseldorf Hauptbahnhof ein, dass ich ja gar nicht weiss, wie Frau Chrizzo eigentlich mit Nachnamen heisst und wo ich klingeln muss. Eine SMS später bin ich schlauer. Und ich finde tatsächlich ohne größere Schwierigkeiten zur Casa Chrizzo, ein paar Stationen mit der Tram und dann noch eine Station mit dem Bus – was bin ich nur froh, dass ich entgegen meinen kurzzeitigen Überlegungen diese „eine kleine“ Station doch nicht gelaufen bin und brav auf den Bus gewartet habe.

Das Treffen mit Frau Chrizzo war sofort und gleich von Anfang äußerst nett. Der kleine Mann war bei meiner Ankunft noch etwas mittagschlaf-verschlafen und schüchtern, aber ich wäre nicht Frau Ansku, wenn ich nicht das ideale Kleinkinder-Bestechungsmittel dabei hätte, nämlich eine tolle Knistertüte mit einer Schleife obendrum und viel Schokolade innendrin. Damit hatte ich auch den Geschmack des kleinen Mannes – und hoffentlich auch der Eltern – getroffen, ich glaube, er hat mehr Schokolade gegessen als Kuchen, oder? 😉 Jedenfalls, nach eniger Zeit sass der kleine Mann auf meinem Schoss und wollte ein Buch vorgelesen bekommen, doch ich musste ihn leider leider auf den nächsten Besuch vertrösten. Das Wetter hatte sich inzwischen merklich gebessert und zwischendurch waren tatsächlich sogar ein paar Sonnenstrahlen zu sehen, also beschlossen wir, die Casa Chrizzo zu verlassen und nach draußen zu gehen und Düsseldorf zu erkunden. Es gab dann einen langen Spaziergang, bei dem wir uns auch etwas besser und vertieft unterhalten konnte, über Brasilien, über Finnland, über den kleinen Mann, übers Studium, es gab sehr viel, unglaublich viel zu bequatschen. Aber zuerst wollte der kleine Mann etwas ausgetobt werden und so gingen wir auf den Spielplatz, um danach die Stadtbesichtigung in Angriff zu nehmen. Dabei durfte natürlich ein Besuch am Rheinufer nicht fehlen, es hatte zwar wieder etwas zugezogen, aber immerhin regnete es nicht. Der kleine Mann freute sich, ich freute mich, der kleine Mann fotografierte, ich fotografierte, ich fotografierte den kleinen Mann beim Fotografieren und wir haben wirklich alle sehr viel Spaß.

dusseldorf

Leider hatten die Bars am Rheinufer noch geschlossen, daher zogen wir weiter in die Innenstadt und ich „musste“ ein echtes Düsseldorfer Alt probieren, Kulturprogramm beinhaltet auch so etwas! Als es schon dunkel wurde, brachen wir auf Richtung Bahnhof, nicht jedoch ohne einen Abstecher über die Kö – und waren reichlich verwundert, als dort abends um kurz nach sieben schon fast alle Geschäfte geschlossen waren. Können die nicht verkaufen oder wollen die nicht verkaufen oder sind die alle schon auf Promi-Partys? Wir hatten dann noch reichlich Zeit, bis mein Zug fuhr, aber trotzdem war auch dieses Treffen viel zu kurz und schreit nach einer Fortsetzung.

Vielen Dank Chrizzo, vielen Dank kleiner Mann, Eure Fröhlichkeit und Lebensfreude ist so unglaublich ansteckend. Ich hatte sehr viel Spaß an diesem Nachmittag und es war wunderschön mit Euch!

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2 Kommentare zu „Deutschlandreise – Der achte Tag

  1. Ach, liebe Ansku, da geht mir ja bei dem Bericht das Herz auf! 🙂 Wir fanden es auch einfach nur schön und mal kurz gefragt: Gab es überhaupt irgendwann mal eine Sprechpause zwischen uns bei Deinem Besuch? 🙂 Gerade heute haben der kleine Mann und ich noch über Dich gesprochen, weil er gefragt hat, wann Du denn mal wieder zu Besuch kämest. Drück Dich!

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  2. Eeeecht? Der kleine Mann hat nach mir gefragt, drei Wochen später? Jetzt geht mir aber das Herz auf! 😆 Danke Du Liebe, ich drück Dich auch!

    Öhm. Nein, kann mich an keine Sprechpause erinnern. Ich glaub nur, ich hab zwischendurch auch mal gegessen und getrunken, aber sonst? Nicht, dass ich wüsste. 😉

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