Der zweite Tag

Also wenn Frau Ansku verreist, dann geht das natürlich nicht ohne Dusselcontent ab. Ich schrieb ja gestern, dass ich mir abends ein gemütliches Café suchen wollte, um auf den Herrn Vater zu warten. Nur leider ist das in einer Kleinstadt ja nicht so einfach und als ich dann endlich etwas gefunden hatte, machte das Café auch um 19 Uhr zu, ich stand also wieder auf der Strasse, auf der zusehends die Bordsteine hochgeklappt wurden. Kleinstadt halt. Also lief ich weiter und suchte und fand einen anderen größeren Platz, an dem es einige Bars und Cafés gab. Ich lief einmal um diesen Platz, um das beste Café ausfindig zu machen und entschied mich schließlich für das „Bistro petit“. Es gab kleine Tische, die recht nett eingedeckt waren, es war mittelhell beleuchtet, also würde ich dort auch eine Cola trinken und etwas lesen können, nur die halbe Stunde bis der Vater kommt. Soweit der Eindruck von außen. Also ging ich rein und stand…

… im vermutlich schniekesten und feinsten Bistro von Aachen. Und es gab im ganzen Raum nur vier Tische. Ich erschrack föschterlich, denn ich wollte doch eigentlich nur eine Cola trinken. Aber da war es schon zu spät, der Kellner hatte mir bereits den Mantel abgenommen und einen Tisch angeboten und die Karte gebracht. Während ich fieberhaft überlegte, wie ich hier ohne etwas zu essen wieder rauskommen würde, wagte ich einen Blick in die Speisekarte, die aber logischerweise nichts unter 30 Euro anbot. Ich sah keinen anderen Ausweg mehr und bestellte mit hochrotem Kopf eine Cola, stammelte etwas davon, dass ich noch jemanden erwartete und schickte mindestens 10 Stossgebete zum Himmel, dass mein Vater doch bald aus der Arbeit kommen möge und mich anrufen möge. Aber nichts geschah, neben mir bekamen Leute ihr Essen serviert, alles ebenfalls vom Feinsten und ich starrte verzweifelt mein Handy an, während ich an meiner Cola nippte. Als dann schließlich der erlösende Anruf kam und ich den Kellner zum Bezahlen herbeiwinkte, kam selbst die Rechnung über 2,50 Eur in einem kleinen Büchlein. So schnell habe ich wohl selten einen Laden verlassen!

Dass ich danach meinem Vater erzählte, dass ich am Rathaus auf ihn warte, in Wirklichkeit aber mich am Dom befand – Lasst das bloss keinen Aachener wissen!!! – , gehört dann wohl zu den kleinen, fast schon selbstverständlichen Pannen und Peinlichkeiten im Leben der Frau Ansku. Ebenfalls die Tatsache, dass ich heute mittag beim Fahrkartenkauf entdeckt habe, dass meine BahnCard schön ordentlich zu Hause in München liegt – ich wollte ja auch nur eine Deutschlandtour machen und meine schöne BahnCard mal richtig ausnutzen und zum Glühen bringen – kann mich eigentlich schon nur noch kurzfristig aus der Ruhe bringen.

Dafür hatte ich als Ausgleich heute bei ekelhaftem Regenwetter richtig Shoppingglück in Kölle! Erstes Geschäft, erste Hose, passte perfekt. 🙂 Sollte tatsächlich einmal meine Shoppinghölle beim Hosenkauf ein Ende haben?? Ansonsten kann man sich hier grad nur nach Hause oder wahlweise in ein Café verziehen, lesen und sich auf das erste Bloggertreffen morgen vorfreuen.

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5 Kommentare zu „Der zweite Tag

  1. 🙂

    Das mit der BahnCard ist ja blöd… kann die Dir jemand hinterherschicken oder mußt Du jetzt alles voll bezahlen. Ärgerlich.
    Ich wünsch Dir weiter viele spannende, fröhliche, vermeintlich peinliche, berührende Erlebnisse.

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