Winter

Draußen ist zwar gerade noch strahlendstes Herbstwetter, aber das drohende nahende Ende der Sommerzeit erinnert schmerzhaft daran, dass der Winter naht. Für mich ist Winter eigentlich sowieso schon dann, wenn ich erstens Kopf- und Ohrenschmerzen bekomme, wenn ich mich draußen bewege und zweitens wenn es um 20.15 Uhr dunkel ist. 20.15 Uhr deshalb, weil ich früher oft mit meinen Großeltern GZSZ geschaut habe und danach dann nach Hause gelaufen bin. Irgendwie hat sich im Laufe der Zeit dann diese Einteilung ergeben: Wenn ich nach Hause laufe und es ist noch hell, ist Sommer, ist es aber dunkel, ist Winter. Also beginnt nach diesen Kriterien mein Winter ungefähr Ende September und endet Anfang April und das ist eindeutig zu lang. Man mag mich jetzt für verrückt oder paranoid oder beides erklären, aber nach dieser meiner Rechnung sind das quasi sechs Monate Dunkelheit. Empfinde ich so.

Ich fahre auch nicht Ski, nur sehr selten Schlittschuh und bevorzuge Eiskaffee im Trägertop deutlich vor Tee im kratzigen Rollkragenpullover (Tee an sich ist natürlich gut, aber dafür brauch ich keinen dunklen, ekelhaft nasskalten, grauen Regentag Mitte Dezember, um Tee trinken zu können). Ich brauche auch keine einsamen, von der Welt abgeschnittenen eingeschneiten Berghütten, um in Weihnachtsstimmung zu kommen. Nein, ich bin wahrlich kein Winterfreund. Winter bedeutet für mich: Stickige, trockene, überheizte Zimmer, trockene Lippen, rissige Hände, endloses An- und Ausziehen, wenn man nur mal eben den Müll rausbringen will, Erkältung, Nässe, Kälte, rutschige Straßen, vereiste Wege, auf denen Menschen eher schlittern als Laufen und vor allem immer wieder Dunkelheit und Lichtmangel und daher akuter Mangel an Glückshormonen. Dieser Mangel muss dann wiederum mit einer erhöhten Ration Schokolade bekämpft werden und das wieder bereut man spätestens Ende März bitter. Mit allen anderen Dingen könnte ich mich arrangieren beziehngsweise ich könnte sie sogar für einen schönen Winterspaziergang mit Schnee und Sonnenschein ignorieren, aber womit ich Jahr für Jahr wieder kämpfe, das ist die Dunkelheit. Und ich weiß schon, warum ich meine Magisterarbeit im Sommer geschrieben habe.

Deshalb stimme ich mit ihr im Chor ein: Schafft den Winter ab (oder reduziert ihn wenigstens auf drei Wochen)!

2 Kommentare zu „Winter“

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