Schwank

Wie ich schon geschrieben habe, mit Meer und Stöpsel war bei uns nicht so wirklich. Anstelle dessen wurde dann ein Schwank aus meiner Jungend verlangt. Also gibt es jetzt Schwank, allerdings nicht aus der Kindheit, sondern aus meiner Jugend, aber dafür ist das irgendwie lustiger und auch mehr *schwank*. Naja, Ihr werdet’s ja sehen.

Wir waren früher sechs Mädels alle hier aus der Gegend. Ich war die älteste, danach kamen im Abstand von drei Jahren jünger drei Mädels und zwei von denen hatten noch jüngere Geschwister, die waren dann fünf Jahre jünger als ich. Grundsätzlich haben wir immer alles gemeinsam gemacht, nur einmal, da waren die beiden „Kleinen“ wirklich arg im Weg. Das war der sechzehnte Geburtstag eines Mädels aus unserer Gruppe, sozusagen aus der mittleren Riege, etwa drei Jahre jünger als ich. Wir hatten zunächst alle zusammen zu Hause gefeiert, aber wir „Großen“ schauten schon den ganzen Abend heimlich immer wieder auf die Uhrzeit und darauf, dass die „Kleinen“ (damals also ca. 13 – 14 Jahre alt und somit eindeutig zu jung zum Saufen, für damalige Verhältnisse jedenfalls…) müde wurden. Wir wollten nämlich um Mitternacht noch raus in den Park und etwas trinken, wie richtige „Große“ halt. Der Abend verstrich, die beiden „Kleinen“ wurden und wurden nicht müde. Also beschlossen wir ein kleines Ablenkungsmanöver, wir gingen zunächst – ohne Alkohol – alle zusammen mit dem Hund raus und in den Park. Dann, wieder zu Hause angekommen, es war bereits nach Mitternacht, rechneten wir damit, dass die Kleinen sich nun endlich und endgültig ins Bett verabschieden würden. Doch nichts geschah. Also musste ein Alternativplan her: Plötzlich hatten einer von uns die Idee. Das Geburtstagsgeschenk! Das Geburtstagsgeschenk für die Freundin, die 16 geworden war, war eine Bibel, deren Seiten zusammengeklebt und dann ausgehölt worden waren und die wir dann mit allerlei Schnickschnack gegen das „Altern“ gefüllt hatten. 😉 Ein sehr verwerfliches Geschenk, ich weiß, aber mit 16 Jahren… Ihr wisst schon. Jedenfalls war in dieser Bibel gegen das Altern auch Baldriantabletten, weiß der Geier warum und die fielen uns plötzlich ein. Wir nahmen die also, erklärten den beiden „Kleinen“, dass das ganz tolle Tabletten seien, die gegen das Müdewerden helfen und einen ermöglichen, die ganze Nacht durchzufeiern. Etwas Überredungskunst hat es gebraucht, doch dann haben sie uns die Geschichte abgekauft und als wir die Tabletten dann auch nahmen (nur um sie hinter der nächsten Ecke wieder auszuspucken), nahmen auch die „Kleinen“ brav die Tabletten. Wir warteten noch einige Zeit, wir warteten noch etwas. Doch es passierte wieder nichts, kein Anzeichen von Müdigkeit. „Bist Du schon müde?“ fragten wir unauffällig alle zwei Minuten. „Nööö“.

Schließlich wurde es uns dann zu blöd, wir schickten die „Kleinen“ einfach uns Bett und gingen raus in den Park, um zu rauchen und zu trinken. Da standen wir dann zu viert im Kreis, hatten eine Flasche Sekt, eine Flasche irgendetwas billiges sahniges und eine Flasche Sangria und fühlten uns janz wahnsinnisch erwachsen, wie wir da so im Kreis standen und die Flaschen im Akkord kreisen ließen. Grad schee und schpannend und luschtisch war’s.

Und der Clou: Als wir nach Hause kamen *’weissderHenkerumwievielUhr*, schlief eine der „Kleinen“ immer noch nicht. Also ist die Moral von der Geschicht‘: Leute, vergeßt Baldriantabletten, die bringen ap.so.lut und rein gar nichts! Schon gar nicht wenn man sie braucht. 😉

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2 Kommentare zu „Schwank

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