Kinder

Es erstaunt und entsetzt mich immer wieder, wieviele junge Mädchen in meinem Alter und jünger der Meinung sind, erstmal ein Kind bekommen zu müssen, nur weil sie nicht wissen, was sie in ihrem Leben machen wollen und völlig orientierungslos sind. Das ist jetzt nicht „Super Nanny“ oder sonst irgendeine Doku-Soap, das ist in meinem erweiterten Bekanntenpreis passiert und passiert vermutlich bald ein zweites Mal.

Diese Mädchen haben eine Ausbildung abgeschlossen, eine gute Ausbildung, oder sogar ein Studium. Es sind gebildete und intelligente Mädchen. Doch dann kommt der schwierige Punkt: Was mach ich jetzt mit meinem Wissen? Was mache ich aus mir? Wo will ich im Leben hin? Ich weiß es selber, und es bereitet mir im Moment selber einiges an Kopfzerbrechen. Es ist unglaublich schwer, sich zu entscheiden, was man machen möcht, gerade dann, wenn man etwas studiert, was nicht zu einem bestimmten Berufsbild führt, wie zum Beispiel Arzt, Lehrer, Designer. Man muss kreativ sein, man muss „seine eigene Lücke“ im Arbeitsmarkt finden, die den eigenen Kenntnissen und Fähigkeiten entspricht, in der man sich entfalten und bewähren kann; man muss sich Zeit nehmen, seine Bedürfnisse und Wünsche an das Berufsleben zu formulieren und so vieles mehr. Das frisst Nerven, Zeit und Energie. Das ist anstrengend.

Aber glauben diese Frauen ernsthaft, nach 3 5 10 Jahren zu Hause und mit drei Kindern wäre es leichter, sich beruflich zu orienteren? Natürlich gibt es Frauen, die sich bewusst dafür entscheiden, jung Mutter zu werden und natürlich sollen hier auch keine Mütter mit drei und mehr Kindern kritisiert werden – das würd‘ ich mich gerade hier in Klein-Bloggersdorf doch niiieee trauen. 😉 . Ich habe selber den heimlichen Wunsch, möglichst nicht erst ab meinem 30. Geburtstag Kinder zu bekommen, wenn ich denn mal den Mann dafür und das Geld und so weiter blablabla und ich wäre sicherlich keine Mutter, die ihr Kind nach einem knappen halben Jahr 8 Stunden am Tag in die Krippe gibt, um wieder arbeiten zu dürfen. 😉 Von daher mein vollstes Verständnis und Respekt für die, die sich wirklich dafür entscheiden, mit ganzem Herzen Hausfrau und Mutter zu sein. Aber das, was ich nicht verstehen kann, ist dass man ein Kind nur aus „Verlegenheit“ oder aus Orientierungslosigkeit zeugt, weil man nicht weiss, was man mit seinem Leben anfangen soll? Da läuft doch etwas schief.

Mir tun dann diese Kinder so Leid, die der einzige Lebensinhalt ihrer Mutter sind. Das kann doch nicht gutgehen, das endet doch entweder in überverwöhntem Balg oder einem überforderten Kind, das immer perfekt funkionieren muss, oder? Und gemeinhin sagt man ja auch, dass Kinder am ehesten mitbekommen, wenn es den Eltern nicht gutgeht…

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11 Kommentare zu „Kinder

  1. in meinem bekanntenkreis gibt es eine mutter, die wurde während ihres grundschulpäd. studiums schwanger und bekam das erste kind. nach dem studium sofort das zweite. dann das dritte. dann das vierte. und noch keinen tag gearbeitet. ich frag mich da immer, ist dann nicht die ganze ausbildung zum teufel?! die konnte doch in ihrem beruf nur minimale erfahrungen sammeln. wer nimmt die später noch, wenn sie dann doch irgendwann mal in den arbeitsmarkt eintreten möchte?!

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  2. Ich kann sowas auch nicht nachvollzeihen und wäre auch nichts für mich, aber jeder das seinem. Ich finde, jeder sollte mal gearbeitet und seinen eigenen Unterhalt verdient haben. Und damit meine ich „richtig“ gearbeitet haben und nicht irgendwo gejobbt. Das hört zum leben dazu.
    Noch schlimmer sind die, die sowas genauso machen, aber noch VOR der Ausbildung bzw. dem Studium!
    Ich konnte nicht ruhig schlafen, wenn ich mir nicht 100% sicher wäre, ich kann auch ohne meinen Mann für mein Kind finanzieel sorgen.

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  3. @ Ehefrau: Schwanger werden kann ja „passieren“ 😉 , aber das danach klingt auch irgendwie sehr komisch. Dann hätte sie sich wirklich den Rest des Studiums sparen können. Ist ja auch nicht einfach, mit Kind zu studieren.

    @ Natalia: Mir geht es ganz genau so, es wäre nichts für mich. Ich wäre vielleicht mit dem Geld nicht ganz so strikt wie Du 😉 , aber für mich wäre es unmöglich, die nächsten 60 Jahre bis an den Rest meines Lebens nur Hausfrau zu sein. Für einige Zeit ja, aber irgendwann würde mir über kurz oder lang die Decke auf den Kopf fallen, es wäre mir zu einseitig (vermute ich).
    Aber es ist nunmal so, jedem das Seine. Ich würde noch nicht einmal pauschal sagen, dass jeder mal gearbeitet haben sollte/ muss. Ich denke, es gibt einfach zu viele verschiedene individuelle Lebensentwürfe und wenn ein Paar sich wirklich dafür entscheidet, dass die Frau zu Hause bleibt und der Mann das Geld verdient, dann sei denen das von ganzem Herzen gegönnt.
    Was mich einfach so sehr an der Sache stört, ist dieser Hintergrund: „Oh, mir ist grad langweilig, ich weiß nicht was ich tun soll, also bekomme ich mal ein Kind.“ Ob ein Kind das geeignete Mittel gegen Langeweile, Unzufriedenheit und Unentschlossenheit ist, wage ich jetzt auch mal als Nicht-Mutter zu bezweifeln. Okay, gegen Langeweile vielleicht schon, aber in einem anderen Sinn. 😉

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  4. Ich habe nach 4 Monaten geheiratet, einen weiteren war ich schwanger, und das während meiner Ausbildung. Kind gekriegt, Haushalt, Job, Lernen, Kind, Examen (Kind Windpocken)… das war mega…. anstrengend.
    Dann volle Stelle Kinderonkologie…
    Mittlerweile gibt es Kind Nr.2 und wir Eltern sind nicht super happy, was uns als Paar angeht, als Eltern „funktionieren“ wir aber prima.

    Ich wollte unbedingt auf deinen Thread antworten, weil ich das soo! einseitig empfinde: ja, einfach so aus Langeweile oder Perspektivlosigkeit ein Kind kriegen – kein Thema, das ist wirklich übel.
    Aber auch geplante, erwünschte Kinder, deren Eltern „mitten im Leben stehen“ haben nicht zwangsweise „bessere“ Eltern oder eine bessere Perspektive.
    Ein Kind zu kriegen verändert alles und niemand (vor allem kein Plan) kann sagen wie alles sein wird.
    Mein Leben war immer sehr unkonventionell und meist stößt das auf befremdete Blicke, ungläubige Gesichter, das kann auch anstrengend sein.

    Ich verliere den Faden..
    Warum findest du es so befremdlich, wenn junge gebildete Frauen Kinder bekommen, anstatt (deiner Meinung nach den logischen Weg) weiterführen und Karriere machen?
    Ist das nicht ein bisschen… „ungroßzügig“ *lach* von dir?
    Und sind diese Frauen nicht die WIRKLICH mutigen unter uns?

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  5. Katharina, danke für Deine Antwort: Vielleicht habe ich es im Text trotz großer Bemühungen nicht richtig formuliert. Ich denke, ich habe es nocheinmal besser in meinem Kommentar zu Ehefrau und Natalia ausgedrückt. Ich sehe es eigentlich genauso wie Du: Wenn jemand sich für Kind statt Karriere entscheidet, dann sei es ihm bzw. ihr von Herzen gegönnt! Es muss nicht jeder Karriere machen, es gibt ja tausend verschiedene Lebenswege, jeder Mensch individuell nach seinem Geschmack. Da hab ich überhaupt gar nichts zu melden. 🙂

    Nur: Aus Langeweile und Perspektivlosigkeit ein Kind zu bekommen, das finde ich das Schlimme bei der Sache, wie Du auch geschrieben hast. 🙂 Ein Kind ist kein Ersatz für berufliche oder allgemeine Perspektivlosigkeit oder Unzufriedenheit, da stimmen wir überein, oder? Und das war der Fall bei diesen beiden Mädchen über die ich geschrieben habe, zumindest ganz sicher bei einer von denen.

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  6. Neeiin, kein Problem. Vielleicht hab ich es auch zuerst etwas doof ausgedrückt. Ist wohl jedem schonmal passiert, dass man die Kommentare übersieht und wenn dann da (gottseidank nur scheinbar) Differenzen auftreten, kann und sollte man darüber diskutieren. 😉

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  7. Hmm… was soll ich dazu sagen. Natürlich richtig, aus Langeweile und Perspektivlosigkeit sollte keine(r) Kinder bekommen, weder mit 20 noch mit 25 und auch nicht mit 30. Aber ich glaube nicht, dass alle, die direkt nach dem Studium Kinder haben, das nur aus Langeweile tun oder weil sie nicht wissen, was sie mit ihrem Beruf anfangen sollen. Ich hatte das auch so vor und es hat nur aus verworrenen Gründen nicht sollen sein, jetzt bin ich eben 30 und kriege endlich mein erstes. Früher wäre aber völlig ok gewesen.
    Ich kenne eben auch die andere Seite; die Leute, die „erst mal arbeiten, wozu habe ich studiert“ gesagt haben und sich dann eines Tages gewundert haben, dass der Körper keine Maschine ist und manchmal auch schon mit 31 den Dienst versagt. Dass Fruchtbarkeit auch mit 30 schon kräftig bergab gehen kann, hat diesen Frauen wohl keiner gesagt, und während manche noch warten, haben andere den langen Weg über künstliche Methoden gewählt und sind damit auch nicht gerade glücklich. Alles hat Vor- und Nachteile…

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  8. Vor- und Nachteile gibt es immer, das ist schon klar. 😉 Ich meinte natürlich nicht, dass es generell schlecht ist, sofort nach dem Studium Kinder zu bekommen! Ich selber möchte eigentlich – wenn es denn möglich ist – auch nicht so sehr spät Kinder bekommen. Ich meine auch nicht, dass alle, die direkt nach dem Studium oder der Ausbildung Kinder bekommen, das nur aus Langeweile tun, aber es es gab in letzter Zeit in meinem Bekanntenkreis einige Fälle, wo dieser Verdacht sich aufgedrängt hat (nicht nur mir) und auch bis heute nicht weggegangen ist. Nein, ich will niemanden kritisieren, der sich für Kind statt Karriere entscheidet. Es ging mir in allererster Linie und hauptsächlich und alleine darum, dass es nicht gut sein kann, aus Langeweile und Perspektivlosigkeit Kinder zu bekommen.

    Aber schön, dass es für Dich/ Euch endlich geklappt hat. Dir und dem Bauchzwerg alles Gute! 🙂

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