Veriwirrungsmomente

Ich hab’s mal wieder geschafft, die schönste Verwirrung anzurichten.

Ungarischstunde, Konversation. Ich habe seit ca. einem halben Jahr nicht mehr als drei Sätze Ungarisch gesprochen, davor war es mal ganz akzeptabel. Aber A., die die Konversationsstunde leitet, hat heute Geburtstag, also lasse ich mich mal wieder blicken und tapere in den Raum. Beglückwünschen, alle müssen auf ungarisch sagen, wann sie Geburtstag hatten. Ich bin an der Reihe. A. fragt mich, wann ich denn genau Geburtstag habe/ hatte (weil ich Sa. feiere). Ha! DAS kann ich beantworten: „Der war schon“ – „jo volt“ (ung. volt = er, sie, es war). Alle gucken leicht verwirrt, A. fragt nach „Schön, aber wann?“ Mir fällt peinlicherweise das Wort für Montag nicht ein, deshalb wiederhole ich artig „jo volt“. Alle schauen mich noch komischer an und A. fragt etwas nachdrücklicher „Ja, aber wann war der denn.“ Jetzt muss ich mich outen, ich frage mit knallrotem Kopf, was Montag auf ungarisch heisst. „hétfö“ Aahaaa, die Erinnerung kehrt zurück. „Hétfön volt“ – „Montag war der“. Der Rest der Stunde läuft sehr entspannt und ich kann sogar auch was dazu beitragen, mehr als ich gedacht hatte. Ich wiege mich doch tatsächlich in der Illusion, nach einem halben Jahr wieder eine Konversation auf ungarisch geführt zu haben, da kommt am Ende der Stunde die allerliebste Freundin zu mir und grinst. „Ich fand das so süß, wo Du vorhin mit der A…“ Ich gucke sie verständnislos an. „Wie, ich und A.“ – „Ja, vorhin, wo Du die ganze Zeit auf finnisch geantwortet hast?“ – „Aber ich hab doch ungarisch geredet!…“ – „Ja, aber wo Du die ganze Zeit gesagt hast, dass Dein Geburtstag gut war. Aber A. wollte wissen WANN es war.“ – „Ja, das hab ich doch auch gesagt, ich… „

Ach sooo. fi. jo = ’schon‘ (!!!) , ung. jó (mit langem o) = ‚gut‘. Jó volt. Es war gut.

Sowas zählt auch zu Verzweiflungsmomenten eines kleinen Sprachwissenschaftlers. 😉

2 Kommentare zu „Veriwirrungsmomente“

  1. ich betone nochmals, dass es mir leid tut, dir damit doch auf den schlips getreten zu sein. das wollt ich nicht. ich fand es nur so nett, dass es jemand andere auch mal passiert (auch wennns mir ausschließlich andersrum so geht…)

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  2. Liebste Frau P.! Ich fühlte und fühle mich in keinster Weise auf den Schlips getreten! Bitte denken Sie das nicht! Auch ich fand diese Geschichte einfach so bezeichnend für uns verwechslungsgeplagte SpraWis und so schöön, dass sie einfach hier erzählt werden musste. 🙂

    Mein Herr Großvater hat auch schon herzlich gelacht darüber und mich natürlich gleich auf den Arm genommen. („Sag‘ doch mal was auf Ungarisch…“)
    Pfff, es gilt wieder einmal: Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

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