Prost Neujahr!

Wir haben ein richtig schönes und pannenfreies Silvester erlebt, mit Feuerzangenbowle, um Mitternacht auf dem Balkon vor dem hell erleuchteten Himmel die finnische Nationalhymne schmettern und Bleigiessen und anschließend Ausflug nach Nürnberg an Neujahr.

Das ist etwas Besonderes aus dem Grund, weil ich von Silvesterpannen nicht nur ein Lied, sondern eine ganze Oper singen könnte. Es fing an Silvester 1999/ 2000, als ich das erste Mal es richtig krachen lassen wollte. Trotzdem wollte ich bis Mitternacht mit Familie feiern, aber sofort nach dem Anstossen hab ich meine Freunde angerufen. „Jaja, Party ist super. Vollmegafettesaugeile Stimmung, komm her!“ Ich also auf schnellstem Wege zur Location, jedoch hat auch die die ganze Nacht fahrende U-Bahn nichts mehr genutzt. Als ich dann endlich am Ort des Geschehens ankam, lag die Party mehr tot als lebendig in den Ecken und die Stimmung entschwebte gerade irgendwohin zur nächsten Location. Also fuhr ich frustriert mit einer Freundin wieder nach Hause, im U-Bahnhof durften wir dann noch direkt neben uns jemandem beim K***zen zusehen und das war dann der Start ins neue Millenium.

Auch die folgenden Jahre standen diesem schlechten Vorzeichen in nichts nach. Einmal feierte ich mit einer Freundin in Schleswig-Holstein, irgendwo ein Kaff mitten in der Pampa. Meine Freundin musste am nächsten Tag arbeiten, aber das hinderte uns nicht, uns gemütlich zusammn zu setzen und das eine oder andere Fläschchen Wein zu öffnen. Es versprach ein wirklich netter und gemütlicher Abend zu werden und ich freute mich schon auf den Jahreswechsel mit meiner damaligen besten Freundin, doch da plötzlich gegen elf verkündete sie, sie sei müde und Silvester bedeute ihr sowieso nicht so viel und morgen sei ja Arbeit und ging ins Bett. Und dann stand ich da alleine. Sprachlos. Mitten in der Pampa. Und auch am Jahreswechsel alleine, frierend draußen auf dem Hof.

Das nächste Jahr erinnere ich mich bei einer anderen Freundin in Hessen gefeiert zu haben. Ich glaube die Party war ganz gut, nur dass danach beim Nachhausekommen meine noch minderjährige Freundin erstmal einen Eimer brauchte und das noch vor ihren Eltern, war dann irgendwieweniger gut.

Die beiden darauffolgenden Jahre verliefen auch eher unerfreulich, einmal war ich in der Oberpfalz eingeladen. Ein Silvester, das ich vermutlich mein Lebtag niemals nicht vergessen werde. 🙂 Wir waren bei einer Freundin von meiner o.g. Freundin zur Silvesterparty eingeladen. Der Abend verlief total gemütlich und schön mit viel Essen, Trinken und Geschenkewürfeln und es war alles sehr lustig. Sogar meine Freundin war um zwölf noch auf den Beinen und somit war es eigentlich ein sehr schönes Silvester und für den nächsten Morgen war ein Neujahrsritt versprochen, klasse! Als wir dann so gegen nachts um zwei die Feier ausklingen lassen wollten, bekam ich plötzlich einen Anruf. Nanu, ein verspäteter Neujahrswunsch? Aber die Nummer war mir unbekannt, also nahm ich ab.

„Hallo“

„Hallo, bist Du die Schwester vom P.? Kannst Du noch autofahren?“

„Ja, die bin ich. Aber ich bin gar nicht in München. Wieso?“

„Der P. liegt hier und rührt sich nicht. Der hat wohl zuviel getrunken.“

Wie mir da das Herz in die Hose rutschte, kann man sich vorstellen. Ich bin fast vor Angst gestorben, sass ich doch in einem kleinen Kaff in der Oberpfalz fest. Unter vielen Mühen habe ich dann versucht, meine Eltern zu erreichen, doch habe ich trotzdem in dieser Nacht kaum ein Auge zugetan, weil ich ja nicht wusste, wo mein Bruder sich befand und wie es ihm ging. Letztendlich ist aber alles gut ausgegangen. 🙂
Ein anderes Mal wollte ich Silvester mit meinen Münchner Mdels feiern, ganz klassisch. Zuerst mal so rüschtüsch pimperish-schick stylen und dann mit Karacho ins Nachtleben. Ziemlich spät zogen wir los, jedoch war ind die von uns erwählte Location kein Reinkommen mehr und ausserdem regnete es. Bevor wir jedoch im Regen standen am Jahreswechsel, wollten wir lieber weiterziehen. Bis dahin war es allerdings schon wenige Minuten vor zwölf, die Tram, die uns zurück ins Zentrum des Geschehens bringen sollte, kam und so kam es, dass wir pünktlich zum Jahreswechsel bei strömendem Regen uns in der Straßenbahn „Frohes Neues“ wünschten. Irgendwie war dann auch die Lust auf Disco vergangen, wir froren wie die Schneider und beschlossen somit, dem Drama ein Ende zu setzen und nach Hause zu fahren. Eigentlich bin ich darüber ja ganz froh, Disco an Silvester muss wohl eher mörderisch sein, habe ich gehört. Obwohl, das fehlt dann ja noch hier in der Sammlung… 😉

Vor zwei Jahren gab es das Drama aller Dramen. Alle waren verabredet, nur das Mini-Rösslein und auch des Mini-Rössleins Eltern hatten niemanden zum Feiern. Von den vorherigen Silvesterfeiern gründlich desillusioniert, dachte ich mir „Schlimmer kanns ja nicht kommen“, versuchte aus der Not eine Tugend zu machen und feierte mit Eltern alleine zuhause. Doch es kam schlimmer. Irgendwann im Laufe des Abends nach bereits einigen Gläsern Wein entstand plötzlich aus einer albernen Winzigkeit ein furchtbarer Streit, der sämtliche Familienmitglieder in Rage brachte und Silvester war somit passé. Wir gingen dann zwar raus Raketen gucken, aber das feierliche Anstossen fiel gänzlich aus. Kurz nach Mitternacht war dann irgendwie doch der Streit vergessen und nach einem letzten gemeinsamen Glas Wein fielen alle erledigt ins Bett.

Letztes Jahr dann, da kann ich mich eigentlich ja gar nicht beschweren. Ich war zwar krank, aber auf einer richtig coolen Silvesterparty eingeladen, und somit gab es keinen Grund, einen auf krank zu machen und ich marschierte fröhlich los, jedoch mit dem festen Vorsatz nachts wieder heimzufahren. Immerhin fuhren die U-Bahnen die ganze Nacht. „Also“, dachte ich mir, „wenn schon mal nachts ohne Probleme heimkommen, dann heute.“ Party gut, Silvester gut, alles gut. Irgendwann gegen drei Uhr jedoch fühlte ich mich schrecklich müde und jetzt dann doch etwas krank und wollte unbedingt heimfahren. Also verabschiedete ich mich und marschierte los zur Bushaltestelle. Bus gerade weg. Also weiter zur U-Bahn. U-Bahn gerade weg, 30 min. warten, die Gesellschaft auch nicht gerade die angenehmste. Letztendlich war ich dann um 5 Uhr in der früh zu Hause, nachdem ich auch das letzte Stück von der Endhaltestelle des Nachtbusses nach Hause gelaufen war. Aber wenn kümmert sowas schon, war doch ein lustiges Silvester!

Daher bin ich gerade unglaublich glücklich und froh, ein schönes, gemütliches, lustiges Silvester mit lieben Freunden und ohne Pannen erlebt haben zu dürfen. Gute Vorsätze jibbet nich, das ist von Grund auf sinnlos und außerdem: Ich habe dieses Jahr eine Magisterarbeit zu schreiben und das reicht. =)

Prost Neujahr!

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