Weihnachten, Julfest, Mittwinter oder Fest der Liebe

Weihnachten ist fast vorbei und nun heisst es wieder 362 Tage warten bis nächstes Jahr. Doch warum feiern wir eigentlich Weihnachten und warum feiere ich mit meiner Familie Weihnachten? Dem Konsumrausch treu ergeben um der Geschenke willen oder wegen der – inzwischen vielerorts fast vergessenen – christlichen Tradition? Oder nach altgermanischer Tradition Mittwinter, um die Wintersonnenwende zu feiern? Oder geht es ganz einfach um Liebe, um DAS Fest der Familie, um Zusammengehörigkeit?

Ich denke, es ist von allem ein bisschen. Obwohl ich mich mit alten germanischen Traditionen kaum auskenne, fällt Weihnachten erwiesenermaßen in die dunkle Jahreszeit und mir gefällt der Gedanken ein Fest zu Ehren der Tatsache zu veranstalten, dass die Tage wieder länger werden. Der zweite wichtige traditionelle Hintergrund ist jedoch die christliche Tradition. Früher wurde diese Tradition bei uns gepflegt, wir gingen jedes Jahr in die Kinderkrippenfeier, was dann nach all den Vorbereitungen wirklich Weihnachten eingeläutet hat. Seit einigen Jahren jedoch tun wir dies aus Nachlässigkeit nicht mehr, aber irgendwie fehlt es doch, es gehört einfach dazu, ist doch in der Kirche immer diese ganz besondere, erhabene Stimmung zu spüren. Das ist Weihnachten. Vielerorts und auch bei uns sind die christlichen Ursprünge jedoch fast komplett verloren gegangen und somit hat sich auch die Bedeutung von Weihnachten gewandelt. Für die einen ist es das Fest des Friedens und der Liebe, für die anderen ist es das Fest der Familie und so gibt es wahrscheinlich so viele unterschiedliche Bedeutungen von Weihnachten, wie es Menschen gibt, die Weihnachten feiern.

In der modernen Tradition ist Weihnachten ja auch die Zeit, an dem die Familie sich auf sich und ihre Wurzeln besinnt. Man kommt nach einem langen arbeitsreichen Jahr wieder in Frieden und Liebe zusammen und kann sich endlich voll den anderen widmen. Dieser Gedanke ist in meiner Familie sehr wichtig, jedoch hat er natürlich für alle, die keine Familie haben oder an Weihnachten von ihren Liebsten getrennt sind, durchaus etwas Schweres an sich.

Aber auch Geschenke gehören zu Weihnachten. Daran ist nichts Verwerfliches, mag man andererseits die auch die Ausmaße in unserer modernen Welt gut und gerne mit einem kritischen Auge sehen. Der Grundgedanke jedoch ist ein anderer. Ich zeige, indem ich ein schönes Geschenk aussuche und mir Gedanken mache, was dem anderen gefallen könnte, dass er mir wichtig und ein ganz besonderer Mensch ist. Wir schreiben Karten, Weihnachtsgrüße, Emails und zeigen auch so, dass wir an den anderen Menschen denken und dass uns wichtig ist, dass er uns auch im folgenden Jahr begleitet. Auch dies gehört für mich unabdingbar zu Weihnachten dazu, jedoch nur solange es nicht in totalen Stress und Konsum ausartet. Die Geschenke stehen nicht im Mittelpunkt, sie sind eine Aufmerksamkeit. Früher haben wir dies symbolisiert, indem wir vor dem brennenden Tannenbaum eine Weihnachtsgeschichte gelesen oder musiziert haben, bevor es ans Auspacken ging, heute stossen wir mit Sekt an und umarmen uns und wünschen uns Frohe Weihnachten. Das ist eigentlich das schönste Weihnachtsritual und dann, wenn man so vor dem Baum mit den Geschenken steht, die Familie (gottseidank) vereint betrachtet die leuchtenden Kerzen und all die Pakete und man fragt sich, welche Überraschungen wohl diesmal dabei sein mögen, dann fühlt man sich auch jedes Jahr immer von neuem wie ein kleines Kind.

Darin und in all den vielen anderen Momenten, Gedanken, Ritualen und Bedeutungen liegt das Geheimnis, die Magie und die wahre Bedeutung von Weihnachten und ich glaube, wie, warum, wo und wofür man es feiert ist zweitrangig, das Wichtige bleibt dennoch, dass es ein Fest der Freude und des Friedens und der Versöhnung ist, an dem wir unseren Nächsten zeigen, wie lieb wir sie haben (natürlich aber nicht nur an Weihnachten).

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