Mit den Tags ‘sehnsucht’ versehene Einträge
Diese Woche sass Frau Ansku zum ersten Mal in ihrem Leben auf einem Motorrad. Ich verspürte schon die Woche davor, als die liebste Freundin ankündigte, demnächst mit ihrem Maschinchen mal hier die Aufwartung zu machenk, neben einer gewissen Vorfreude auch eine weitaus größere Nervösität und hätte am liebsten gar nicht die Tür aufgemacht, als die liebste Freundin mit Bike und einer kompletten Ausrüstung auf dem Gepäcktäger hier ankam. Aber weglaufen war nüscht. Also mich in eine Motorradhose, eine Jacke, Stiefel und Helm gezwängt und los ging’s.
Ein Erfahrungsbericht über Grünschnäbel auf dem Motorrad:
Am meisten Angst hatte ich vor den Kurven und die erste Mutprobe kam dann auch gleich, als wir aus unserer Straße hinausfuhren. Aber ich werde positiv überrascht, das ist ja gar nicht so schlimm. Ich wiederstand erfolgreich dem Drang, mich in die andere Richtung zu lehnen und folgte brav den Instruktionen meiner Fahrerin, „einfach nur gerade sitzenbleiben“. Gerade also, oder so ähnlich. Heimvorteil war, dass ich mich in der Gegend hier auskenne und wusste, wann die bösen Kurven kommen. Beim ersten Beschleunigen atme ich einmal ganz tief ein, mir kamen die 50 km/h wie mindestens 80 km/ h, aber ich falle zu meinem noch größeren Erstaunen immer noch nicht herunter. Ich sitze eigentlich sogar relativ bequem und sicher, habe sichere Griffe zum Festhalten, nur meine langen Haxen Füße sind etwas ungünstig auf diesen Abstellbolzen platziert und tun nach einiger Zeit so zusammengeknautscht weh. Und doch: Ich bin hökscht! erstaunt, wie locker, einfach und bequem und überhaupt nicht halsbrecherisch das alles geht. Mir kommt sogar der Gedanke auf, dass ich tatsächlich wieder heil zu Hause ankommen könnte. Nur manchmal beim Bremsen bin ich nicht ganz so schnell, die Fliehkraft (oder was auch immer das ist – ich hatte in Physik nur 4er und 5er) ist stärker als ich und ich rattere ein- oder zweimal leicht mit meinem Helm an den Helm meiner Fahrerin (vermutlich lag’’s an den Physik 4ern und 5ern
), aber dafür sind die Dinger ja da, so wie ich das verstanden habe.
Wir fahren aus der Ortschaft raus und erleben einen wunderbaren sonnigen Sommerabend und einen hörrlischsten Sonnenuntergang auf den Feldern vor München. Als meine Fahrerin dann nochmal von 50 auf 80 km/h beschleunigt, entfährt mir wiederum ein Laut, diesmal aber ein wohliger Seufzer. Ich bin trotz Vorwarnung ein wenig erstaunt über die Heftigkeit des Fahrtwindes, der mich bereits volle Breitseite trifft, sobald ich nur einmal den behelmten Kopf zur Seite neige, um etwas am Straßenrand erkennen zu können, aber ich ziehe den Kopf schnell zurück und erfreue mich weiter der lustigen Fahrt. Die Frau Fahrerin dreht sich an der nächsten Ampel zu mir um und fragt mich ob alles okay ist und da reicht es bereits nur noch für ein glöcklisches, entrücktes Grinsen und einen hochgereckten Daumen. Und so ziehen wir weiter unsere Runden durch den Münchner Norden und das Vorland, insgesamt eine dreiviertel Stunde und obwohl meine Füße inzwischen ziemlich weh tun, bin ich fast ein bisschen enttäuscht, als wir wieder zuhause ankommen.
Hach hach hach, so schön war’s! Selber fahren möcht ich glaub ich auch in Zukunft lieber nicht, höchstens einen kleinen Roller. Ich finde es etwas befremdlich, dass durch den Helm das Gesichtsfeld so eingeschränkt ist, da würde ich nicht selber fahren wollen, zumal man ja noch auf den Verkehr achten muss. Aber mitfahren möchte ich sehr gerne mal wieder.
Danke, vielen Dank!
(Unnötig war dabei dann nur, dass als die liebste Freundin selber nach Hause fahren wollte, urplötzlich die Batterie des Motorradls leer war und sie am nächsten Tag nochmal mitsamt Vater und Ersatzbatterie quer durch die ganze Stadt hier anrücken musste, um das Maschinchen wieder zum Laufen zu bringen. Die ganze Fahrt davor war alles absolut problemlos gelaufen, keinerlei Anzeichen einer leeren Batterie.)
Biker Baby, Yeah!
(Sie merken schon, Frau Ansku hatte eine bewegte Woche: Bloggertreffen, Bikerausflug, Schulsommerfest, dazu noch das eine oder andere nette Telefonat
, alles sehr phantastisch.
Das Wochenende kann kommen! )
Kategorien: Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: bewegendes, esbleibtspannend, neues, sehnsucht, unglaublich, wasndas?
Juhannus/ Mittsommer/ Midsommar rückt, desto größer wird das Fernweh Richtung Norden. Auch und gerade wenn die äußeren Bedingungen nicht wirklich berauschend sind!
Was wirklich zählt, sind schließlich die Sonnenauf- und Sonnenuntergangszeiten.
Kategorien: Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: finnougria, sehnsucht, that's me, unglaublich
Hui, war das lustig, mein allererstes Vappu! Finnland ist plötzlich nicht mehr Finnland, alles ist gleichzeitig vor lauter Luftschlange, Masken, Haalaris und Luftballons kunterbunt und gleichzeitig ist alles weiss vor lauter lakkis, also voller weisser Muetzen, die man hier zum Abitur bekommt und die am 1. Mai traditionell ausgefuehrt werden.
Alle sind völlig aus dem Häuschen. Es ist wie einziges grosses Fest, wie Fasching und Fruehlingsfest und Sommerfest in einem, es ist wie ein Erwachen aus dem komatösen Winterschlaf, ich habe niemals so viele Menschen in Helsinki auf der Strasse gesehen. Zugegebenermassen, das Ganze ist wohl lustiger, wenn man es nicht nuechtern betrachtet, wir (ich und ein paar Austauschstudenten) waren jedenfalls nicht mehr ganz nuechtern und hatten sehr viel Spass. Zuerst haben wir am Vappuaatto, dem Vorabend von Vappu, mit etlichen tausend Menschen reingefeiert und gestern dann im Kaivopuisto, einem Park ganz direkt neben dem Meer staunend das traditionelle Vappupicknick verfolgt. So toll und bunt und riesig war das, obwohl man vom Rasen kein Stueckchen Gruen mehr gesehen hat.
Von einem kleinen Huegel aus hatten wir einen wunderbaren Ausblick auf die bunte, fröhliche Menschenmasse und direkt daneben das Meer, hach!
Gestern abend war ich dann bei einer finnischen Freundin und wir haben Vappu mit einer Flasche Rotwein und Sauna gebuehrend abgeschlossen. Dabei hab ich dann auch zufällig ein wirklich sehr nuetzliches und alltagstaugliches neues Wort auf Finnisch gelernt, nämlich Dixi-Klo heisst auf Finnisch bajamaja.
Klingt sehr lustig, ist es auch und ich bin irgendwie ein bisschen stolz darauf, dass ich noch so ein „exotisches“ Wort kann, wenn man bedenkt, dass ich z.B. noch nicht einmal auf Englisch wusste, was Dixi-Klo heisst. Wozu Vappu nicht alles gut ist!

Zum Glueck aber war ich in keiner bajamaja ich wollte nicht ausprobieren, ob die hier auch „nur zum Spass“ umgeschmissen werden wie auf deutschen Festivals, denn in der Schlange zum Klo sprach mich plötzlich eine Finnin auf Deutsch an und erzählte, dass sie Deutsch gelernt hat und dass sie im August mit ihrem Sohn, der gerade Abitur gemacht hat und auch in der Schule Deutsch gelernt hat, nach Muenchen kommt und sie war wieder sehr erstaunt darueber, dass wir Finnisch studieren und so weiter. Wir haben uns eine Weile lang sehr nett unterhalten, und beim Abschied hat sie mir einfach so ihre Visitenkarte in die Hand gedrueckt.
Schön war das und jetzt beginnen – ebenfalls nach guter alter Tradition – die letzten stressigen Tage, wenn plötzlich jeder mich „unbedingt“ nochmal sehen will, obwohl angeblich man ja die ganze letzte Woche bis jetzt nie Zeit hatte, aber jetzt plötzlich nächste Woche doch Zeit ist.
Kategorien: reisereise
Mit Tag(s) versehen: bewegendes, Freunde, glöcklisch, sehnsucht, that's me
Seit zwei Tagen ist hier endlich und urplötzlich der Frühling eingekehrt mit Sonne satt und T-Shirt-Temperaturen. Gestern nachmittag bin ich zum ersten Mal mit (neuem!) Rock draussen herumgelaufen, heute mittag mit T-Shirt zur Krippe durch die Stadt und ich kam schon fast ins Schwitzen. Es war unglaublich, Anfang der Woche lief ich noch im Wintermantel durch die Gegend, sehnsüchtig habe ich erst Montag daran gedacht, dass es ja auch mal Zeiten gibt, wo man im T-Shirt aus dem Haus gehen kann und nicht erst zehn Schichten anziehen muss. Ängstlich fragte ich mich, wie lange es denn noch dauern mag, bis diese Zeiten kommen. Und nun sind sie also da, die Zeiten.
Ich geniesse es, ich tanke, ich sehe Licht, Sonne, Farben und das Leben, das aus allen Ecken hervorkriecht, die Menschen, die aus ihren Häusern kommen und ein Lächeln auf dem Gesicht haben. Ich sauge alles in mich auf, ich bin von der Sonne und dem Licht geblendet, so dass mir diese neue Welt manchmal noch ganz unwirklich vorkommt. Ich bin wie berauscht, trunken vor Wärme, Licht und Lebensfreude, wie auf einem Mega-Trip mit zehntausend Farben nur ohne Drogen, und es fühlt sich auch alles noch nicht wirklich real an. Ich bin ständig hungrig, ich kann mich an all dem Leben nicht sattsehen und an der Eiscreme nicht sattessen.
Aber es ist real, er ist’s. Wirklich.
Kategorien: Aspekt · Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: glöcklisch, sehnsucht
Heute nochmal drei Stunden Zugfahrt von Frankfurt nach München und ich bin wieder daheim. Um einige Kilos nicht nur mein Gepäck, viele Zugkilometer, etliche Sehenswürdigkeiten, Unmengen von Erfahrungen, sehr wertvollen Bekanntschaften und mindestens elf (in diesem Fall nur die Blogger gezählt, die anderen kannte ich ja schon) Freunde reicher hoffe ich doch. Als ich heute im Zug sass und mir das überlegte, wie unglaublich diese letzten drei Wochen waren und wieviele liebe Menschen aus wievielen verschiedenen Ecken Deutschlands in wievielen verschiedenen Lebenssituationen mir ihr Heim und ihr Herz geöffnet haben, einfach so, obwohl sie mich vorher nur übers Internet kannten, da wären mir beinahe doch noch die Tränen gekommen. Das ist wirklich etwas Unglaubliches und Einmaliges und das gibt wohl noch für lange Zeit Gesprächsstoff. Irgendwann sitz ich dann da mit meinen Enkelkindern…
Danke nochmal an Euch alle, es war wirklich ausnahmslos wunderschön, sehr interessant, sehr lehrreich und sehr spannend mit Euch!
Ich werde in den nächsten Tagen anfangen, in einzelnen Etappen mein Tagebuch aufzuschreiben, vermutlich dauert das etwas, denn es ist ja wirklich SEHR viel passiert. Davor und daneben muss ich auch wieder hier ankommen, mein zukünftiges Leben und Einkommen hier regeln, zukünftige Urlaube organisieren
, meinen riesengroßen Koffer ausräumen und etliche Trommeln Wäsche waschen, genau 858 Beiträge seid Ihr denn des Wahnsinns fette Beute??? im Feedreader nachlesen oder auch nicht und mehr als 300 Photos sortieren.
Jetzt freu ich mich erstmal auf mein eigenes Bett und auf die Tatsache, dass ich einfach mal wieder gepflegt meine Klappe halten darf – drei Wochen von den Zeiten, die ich in Zügen verbracht habe mal abgesehen, fast ununterbrochen durchschnattern/ durchbabbeln/ durchplappern/ durchschnacken o.ä. können auch das hartgesottenste Frauenzimmer schlauchen. Aber nur geringfügig.
Kategorien: reisereise
Mit Tag(s) versehen: bewegendes, bewegtes, esbleibtspannend, Freunde, sehnsucht
Zum ersten Mal in diesem Jahr einen Specht gehört und Vogelgezwitscher.
Bitte weiter so, bitte!
Kategorien: Frau Ansku · reisereise
Mit Tag(s) versehen: glöcklisch, leben, sehnsucht
Die to-do-Liste ist bis (auf mein Puzzle) abgearbeitet, nur der Koffer muss noch irgendwie zugehen. Ich bin dann also mal weg, auf Pilgerreise Bloggerreise.
Ich werde endlich mal wieder Zeit und Ruhe haben weiß man’s?, ich werde viel Zeit und Bahnhöfen und Zügen verbringen hoffentlich nicht damit, mich über die Bahn zu ärgern, und ich werde hoffentlich hinterher ein kleines bisschen weiser zurückkehren. Ich werde viel zu berichten haben, das Blog-/ Tagebuch ist eingepackt. Ich werde endlich die Nordsee wiedersehen und eine Menge neuer Dinge an Deutschland entdecken. Und ich werde vor allen Dingen jede Menge interessanter, lieber, neuer Menschen kennenlernen. Ich werde ein Gesicht oder auch viele Gesichter in dieses abstrakte, so entfernte Klein-Bloggersdorf zaubern und es wird auf einmal ganz nah und ganz real sein, dieses Klein-Bloggersdorf. Es wird schön und toll und spannend und ganz einmalig werden.
Allen, die gerade an irgendwelchen Krankheiten und Sorgen herumdoktorn, auf diesem Wege alles Gute! Ich kam in den letzten Tagen vor lauter Arbeit und Reisevorbereitungen zu nichts, geschweige denn zum kommentieren, aber ich denke an Sie.
Machen Sie es gut und haben Sie eine schöne Zeit, wir lesen und wir sehen uns.
(Hach, wie schön, das mal so sagen zu können).
Eine ganz kleine organisatorische Kleinigkeit noch schnell, wegen Treffen: Ich hab bis jetzt erst für zwei längere Teilstrecken diese 29-Euro-Tickets gekauft, für den Rest hab ich entweder (noch) keine bekommen oder die Entfernung sind so gering, dass ich mit RE oder derartigem fahren werde und mir noch relativ spontan eine Verbindung heraussuchen werde. Ich melde mich bei Euch jeweils ein paar Tage im Vorraus, wann ich ankomme. Falls also die, mit denen noch keine Zeit ausgemacht ist, eine bestimmte Zeit / einen bestimmten Treffpunkt präferieren sollten, schreibt mir doch einfach nochmal eine Mail. Danke.
Kategorien: Blogdings · Frau Ansku · reisereise
Mit Tag(s) versehen: bewegendes, Freunde, glöcklisch, sehnsucht
Als ich letzte Woche so das eine oder andere Päckchen nach Bloggersdorf gepackt habe, dachte ich mir, wie lustig es doch ist. Ich kenne sehr viele Menschen übers Bloggen und ich weiß je nachdem, wie intensiv und wie lange der Kontakt ist, ein bisschen was, einiges oder verhältnismäßig viel von ihnen und von ihrem Leben, von ihren Hobbys, von ihren Kindern, teils von ihren Sorgen und natürlich viel von ihren Freuden. Aber von den allermeisten weiß ich nicht solche banalen Dinge wie z.B. den Schokoladengeschmack, was mögt Ihr an Schokolade, Tees oder kleinen Leckereien? Wer mag lieber ausgefallene, exotische Kreationen, wer bleibt lieber puristisch bei Vollmilch und wer isst einfach nur die Ü-Eier des Nachwuchses weg mit?
Und diese Überlegungen ließen dann dunkel eine Erinnerung aus meinen eigenen Blog-Anfangszeiten hervorglimmen. Gab es nicht irgendwann vor Ewigkeiten mal ein Schokoladenstöckchen, welches durch Bloggersdorf herumgeisterte??? Wenn nicht, dann mach ich jetzt eines!
Kategorien: Blogdings · Stockschwerenot
Mit Tag(s) versehen: bewegendes, esbleibtspannend, Freunde, leben, lecker!, sehnsucht
Ich sollte öfters früh morgens die Lufthansa überlisten eine Reise nach Finnland buchen, danach hat man den ganzen Tag so umwerfend gute Laune und ständig ein Lied auf den Lippen und auch die blödeste Büroziege und dummste, monotonste Arbeit kann einen nicht mehr umwerfen.
Ich freue mich so, ich bin heute schon ganz hibbelig, wenn ich nur daran denke und dabei sind es noch zwei Monate bis zur Reise. Ich kann fast gar nicht sagen, wie sehr ich mich freue, denn dann müsste ich das Wort Heimweh verwenden und das traue ich mich bis heute nicht so recht, obwohl es das Gefühl schon irgendwie trifft. Finnland, meine Freunde dort, Helsinki, das Meer, die Wälder, Frühling…
Wer mit mir träumen will, hier ist schonmal ein Bild von meinem Lieblingsort in Helsinki. Das ist – wohlgemerkt – mitten in der Stadt, aber es ist (bisher) der einzige Ort, wo ich unruhiger Geist einfach nur auf den Felsen sitzen kann und aufs Meer starren und einfach nur sein kann. Und das trifft es auch irgendwie, das Gefühl.

Kategorien: reisereise
Mit Tag(s) versehen: finnougria, sehnsucht
Mit dieser einen finnischen Krimiserie, da verbindet mich so eine Hassliebe.
Der finnische Markt für Krimis ist sehr groß und unübersichtlich, aber es gibt da so eine Art Klassiker, das ist die Maria Kallio-Serie von Leena Lehtolainen. Die Hauptfigur der Serie ist Maria Kallio, eine Komissarin, die der Leser im Laufe der Serie durch sämtliche Höhen und Tiefen der Polizeiarbeit und auf ihrer stetig ansteigenden Karriereleiter begleiten darf.
Ich muss zugeben, dass die Fälle interessant und auch abwechslungsreich sind. Ich mag den Schreibstil von Leena Lehtolainen der ist sogar für mein beschränktes finnisches Vokabular verständlich. Aber eines nervt ganz unglaublich schröckelisch. Ich kann Maria Kallio manchmal nicht ausstehen, weil sie so eine Art moderne Superwoman ist: Die perfekte Komissarin, die immer den passenden Einfall hat. Die perfekte, liebende Ehefrau, die leider wegen ihrer ach so aufreibenden Arbeit in Band neun eine Ehekrise durchleben musste, diese aber natürlich gemeistert hat und jetzt ist wieder alles FriedeFreundeEierkuchen. Eine treusorgende Mutter, die aber bedauerlicherweise immer wieder der Arbeit wegen gezwungen ist, Abstriche bei ihrer Familie zu machen. Die beste Freundin, die man sich vorstellen kann, die es trotz allem immer noch schafft, ihre Freunde nicht zu vernachlässigen… Hä? Musikalisch, witzig, sportlich, intelligent, beliebt – bis auf die zahlreichen Neider, die sie natürlich hat haben muss – und so weiter und so fort. Außerdem nervt mich regelmäßig, wie „konstruiert“ die Bücher geschrieben sind, so kommt z.B. am Ende eines Kapitels eine Szene, wo Maria endlich nach unzähligen Stunden Arbeit und drei gelösten Mordfällen gemütlich zu Hause bei ihrer Familie entspannt und PLÖTZLICH um zehn Uhr abends klingelt das Telefon und es kommt irgendeine schlimme Nachricht. Und das passiert am Ende jedes, wirklich jedes Kapitels.
Aber es holt mich trotz allem immer wieder ein. Ich kann es nicht lassen, ich muss wissen, wie es mit Maria weitergeht und ich muss jedes Mal, wenn ich nach Finnland fahre, ein neues Buch aus der Serie kaufen, und ich musste mir auch jetzt den allerneuesten Band, der so neu ist, dass es ihn noch nicht einmal als Taschenbuch gibt, nur als extrem teures Hardcover, aus Finnland mitbringen lassen.

(Gibt’s übrigens auch auf deutsch übersetzt.)
Und jetzt sitze ich wieder hier und kann wieder nicht aufhören zu lesen und finde das alles wieder wahnsinnig spannend und winde mich wieder am Ende eines jeden Kapitels vor soviel Perfektheit und Konstruiertheit und frage mich wieder und wieder, wer eigentlich in einem Krimi so einen gesülzten Scheisselkram braucht? Tja, ich wohl.
Hat hier noch jemand so eine Figur, für die er so eine Hassliebe empfindet?
Kategorien: Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: bewegendes, finnougria, sehnsucht
Ich hab diesen Abend entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten nicht am PC verbracht, sondern diese wunderbare ZDF-Komädie gesehen, die im Weser-Ems-Land bzw. auf einer Nordseeinsel spielt.
Was für schöne Landschaftsbilder! Und jetzt hab ich irgendwie Sehnsucht nach Nordsee und nach Norden und nach plattem Land soweit das Auge reicht. Hach, ich freu mich schon so auf die Deutschlandreise.
Kategorien: Frau Ansku · Modus
Mit Tag(s) versehen: glöcklisch, neues, sehnsucht
Habe ich nicht angekündigt, dass ich noch mehr Blödsinn im Sinn gute Ideen zur Freizeitgestaltung habe? Und diese ein Idee, von der bin ich jetzt schon so begeistert, dass ich kann sie nicht mehr länger für mich behalten kann. Sie hüpft und schreit und frohlockt in mir und drängt von Tag zu Tag mehr, in die Welt hinausgeschrieen zu werden. Also lass ich es jetzt einfach raus!
Frau Antonmann schrieb mal vor langer Zeit von der Idee einer Deutschlandreise und ehrlich gesagt, diese Idee „plagt“ mich auch schon seit einiger Zeit, wenn nicht sogar seit einigen Jahren. Und irgendwann in den Weihnachtsfeiern dachte ich mir statt zu lernen, dass das ja eigentlich jetzt ein guter Zeitpunkt wäre, so etwas mal zu realisieren. Es gibt so viele liebe Menschen, Verwandte, Freunde, Blogger, die weit weg wohnen und die ich lange nicht gesehen habe und der Gedanke, für zwei bis drei Wochen einfach dorthin unterwegs zu sein, wohin es mich verschlägt, gefällt mir wirklich sehr. Und jetzt wird es tatsächlich (konkreter) konkret, ich befinde mich zwar noch ganz am Anfang der Planungsphase, aber ich plane tatsächlich, im März den Westen und Norden Deutschlands unsicher zu machen!
Der Plan sieht momentan so aus, dass es ab ca. dem 9. März hier losgehen wird und ca. zwei bis drei Wochen dauern soll. Da mein Herr Vater seit wenigen Monaten in Aachen arbeitet und auch die Verwandtschaft in NRW zu finden ist, wollte ich mich erstmal westlich halten und Freunde im Pott sowie das Sauerland heimsuchen. Das lässt sich denke ich auch ganz gut von Aachen aus in Tagesausflügen erkunden. Möglich wäre eventuell noch ein kurzer Abstecher nach Holland zu Freunden, das weiss ich noch nicht. Der weitere Teil der Reise hängt noch etwas von der persönlichen Finanzkrise der Frau Ansku und der Kooperationsbereitschaft der Bahn bezüglich Ticketpreisen und Streik ab, aber wenn es das Geld und die Zeit zulassen, würde ich mich auch noch in Richtung Hamburg aufmachen, wo ebenfalls liebe Freunde zu finden und zu besuchen sind. Ich hoffe, die lieben Freunde kippen jetzt nicht über diese Ankündigung – oder auch Androhung – aus den Latschen!
So, und jetzt sind Sie gefragt: Zwischen Verwandtschaftsbesuchen und Zugfahrten lässt sich sicher noch das ein oder andere Treffen/ Wiedersehen mit hier liebgewonnenen Bloggern einschieben. Hätte überhaupt jemand Lust?
Ich bin jetzt schon wahnsinnig aufgeregt und freu mich schon irre auf die Planung der Fahrtroute und auf das alles!! Und natürlich auf die lieben Menschen (fast) überall in Deutschland.
Kategorien: Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: esbleibtspannend, Freunde, neues, sehnsucht, unglaublich, verrückt
Frühstücken mit Mama, dann in die Uni und der Professorin etwas über die Entstehung der finnischen Schriftsprache, etwas über verbale Kategorien und etwas über finnougrische Forschungsgeschichte erzählen. Dann sich an den Gedanken gewöhnen, dass es vorbei ist. Dann mit der liebsten Freundin mittagessen. Dann kleines süßes Baby von einer Freundin, die Beisitzerin in einer Prüfung spielen muss, bespaßen. Dann Zeit haben, wofür weiss ich noch nicht, aber endlich Zeit haben! Dann mit Frau Buchstäblich original westfälische Currywurst essen gehen (Dass es sowas tolles in dieser Stadt gibt!!). Dann Wochenende und vorbei und ganz viel Zeit haben.
Eine konsequente Steigerung durch den Tag hindurch – hoffe ich doch mal.
Und Sie? So?
Kategorien: Modus
Mit Tag(s) versehen: finnougria, glöcklisch, sehnsucht
Dezember 30, 2008 · Kommentare sind deaktiviert
Hallo Du.
Ich kenne Dich eigentlich (noch) nicht, aber irgendwo da draußen musst Du herumlaufen. Und eines Tages werden wir uns treffen und uns kennenlernen. Ich warte eigentlich schon seit Jahren und Jahrzehnten auf diesen Tag, an dem wir uns kennenlernen, denn ich möchte sovieles von Dir wissen. Ich frage mich fast jeden Tag, wer Du bist und wo Du bist. Wie siehst Du aus? Woher erkenne ich Dich, dass Du es bist, der „Du“. Was machst Du? Wer bist Du, was für ein Mensch? Wohnst Du alleine? Oder steckst Du gerade noch in einer vielleicht unglücklichen Beziehung, und unsere Zeit ist nur noch nicht gekommen? Oder wartest Du auch auf mich, so sehr wie ich auf Dich warte? Hast Du auch manchmal abends nach einem stressigen Tag, wenn Du alleine in Deiner Wohnung bist, so große Sehnsucht, dass es wehtut und passiert es Dir dann auch manchmal, dass Du fast glaubst zu spüren, dass jemand da ist und den Arm um Dich legt. Das wäre dann ich, wäre das nicht irgendwie wunderbar?
Treffen wir uns im nächsten Jahr? Bist Du nächstes Jahr an Weihnachten bei mir und hältst mich ganz fest, damit ich nicht noch ein Weihnachten „alleine“ verbringen muss, so wie dieses Jahr und letztes Jahr und das Jahr davor und das Jahr noch davor und noch all die Jahre davor? Fühlst Du Dich auch manchmal wie ein Wesen vom anderen Stern, während die Jahre vergehen und alle um Dich herum fast ausnahmslos schon jahrelange Beziehungen führen, heiraten, Kinder bekommen und fragst Du Dich dann auch, wer diese komische Legende mit der „Singlegesellschaft“ in Deutschland erfunden hat? Findest Du es auch so anstrengend und so kräfteraubend, das Bild vom fröhlichen Single aufrechtzuerhalten – weniger für die anderen, sondern vielmehr für Dich selbst – , der Party macht, der seine Freiheit genießt und sein Studentenleben voll auskostet, wenn immer pünktlich zum Wochenende sich alle nach Hause zu ihrem Schatz verziehen? Hasst Du Wochenenden genauso sehr wie ich?
Ach Du, mein lieber Du, wärst Du doch hier! Soviele Fragen habe ich noch an Dich! Hängen Dir die gutgemeinten, tröstenden Worte von Freunden, Familie und Bekannten, dass sie ja auch erst „gaaanz spät“ ihren Partner kennengelernt haben, und das nette Zitat mit dem Töpfchen und dem Deckelchen auch so sehr zum Hals heraus? Zählst Du auch wie ich die Frühlinge ohne Frühlingsgefühle und bist jedes Jahr von neuem enttäuscht? Obwohl das ja eigentlich irgendwie blöd ist, es hat ja nichts damit zu tun, wie alt man ist, oder wie lange man schon wartet. Aber es ist so, trotzdem. Ist es Dir eigentlich auch schonmal passiert, dass Du am Tag vor Heiligabend einer Freundin oder einem Freund, das weiss ich ja nicht, mit Liebeskummer die Tränen trocknest und verzweifelt versuchst, gute Ratschläge zu geben, obwohl Du nicht im Entferntesten die Situation einschätzen kannst, weil Du ja noch nie in der Situation warst. Und gleichzeitig wünscht Du Dir vielleicht auch sogar fast ein bisschen, in der Situation dieser Freundin, die da mit dicken Augen, vollkommen verheult und schniefend neben Dir sitzt, zu sein, um wenigstens einmal etwas anderes zu fühlen als die Worte „alleine“ oder „Single“. Gröhlst Du auch lauthals an einem lustigen Abend mit zwei befreundeten Pärchen „Verdammt ich lieb Dich, ich lieb Dich nicht, verdammt ich brauch Dich, ich brauch Dich nicht, verdammt ich will Dich, ich will Dich nicht. Ich will Dich nicht verlieren.“ und musst dann kurz aus dem Zimmer gehen, weil Du das Gefühl hast, keine Luft mehr zu bekommen, weil Du Dir nichts sehnlicher wünscht, als dieses Lied, so doof und stumpfsinnig es auch sein mag, einmal für jemanden zu singen und diesem Jemanden dabei tief in die Augen zu schauen und einfach nur zu wissen, dass es jemanden gibt, den man nie wieder verlieren möchte? So wie die Pärchen da drin in dem Zimmer.
Du, wann kommst Du hier vorbei? Warum bloss lässt Du mich so warten, dass ich fast glauben muss, Du würdest Dich vor mir mit voller Absicht verstecken? Was muss ich tun, um Dich zu finden?
Ich warte so sehr auf Dich, Du, weißt Du das eigentlich?
Kategorien: Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: sehnsucht, tja
Was ich schon immer mal sagen wollte:
Pärchen, ihr nervt!
Ist doch wahr, echt ma. Wer braucht bitte knutschende Pärchen an Weihnachten? Ich nicht.
Kategorien: Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: Dinge die die Welt nicht braucht, lästerschwester, sehnsucht
Seit etwa einer Stunde wieder in heimischen Gefilden. Wien war… Ja, es war unglaublich schön und ganz bezaubernd. Die Stadt, das Wochenende, das Wetter, Freunde zu treffen, alles. Anders kann ich es nicht sagen und viel mehr kann ich im Moment auch nicht sagen. Morgen gibt’s mehr, vor allem bildliches.
(Ich merke, obwohl ich eine alte Reisetante bin, doch immer mehr, wie sehr das hier, diese kleine Reich unter dem Dach im Haus der Großeltern doch immer mehr mein Zuhause wird, und wie sehr ich mich jedesmal darauf freue, hierher zurückzukehren. Das musste mal gesagt werden.)
(So richtig das Gefühl von angekommen sein stellt sich allerdings doch auch erst genau dann ein, wenn ich einmal meinen Feedreader durchgewälzt hab. Kommt das irgendjemandem hier irgendwie bekannt vor???
158 Beiträge, ia seids doch alle mitanand verrückt!)
(I hob Euch vermisst. So a bisserl.)
Kategorien: reisereise
Mit Tag(s) versehen: sehnsucht, studentenleben

akuter Heimweh-Sehnsuchtsanfall grad
Kategorien: Frau Ansku
Mit Tag(s) versehen: Helsinki, leben, nursohalt, sehnsucht