Mit Zähneknirschen las ich die Woche Frau Schussels Artikel über Essegewohnheiten und musste schweren Herzens zugegeben, das entspricht auch ziemlich genau meinem Verhalten. Allerdings kann ich das auch noch toppen: Richtig übel wird das Ganze dann, wenn diese Belohnung gleich zweimal stattfindet, einmal wenn z.B. ein Tag ziemlich stressig war und glorreich „überlebt“ ist und einmal, wenn ein Tag richtig gut gelaufen ist. In beiden „muss“ abends, nach dem Abendessen oder vorm Fernseher eine Belohnung her und das ist dann eben am besten etwas Süßes.
Aber, der kleine Unterschied dabei ist: Ich kann eine Erklärung dafür liefern.
Neulich erzählte mir meine Mutter, dass sie in einer Zeitschrift gelesen hat, dass das Gehirn während es nachts die Ereignisse des Tages verarbeitet ziemlich massiv Glucose abbaut und diese Gluccose quasi schon im vorneherein einfordert, deshalb hat man abends vorm Fernseher oft so einen „Jieper“ auf etwas Süßes. Hach, das ist doch schön, wenn man für alles eine Rechtfertigung Erklärung hat, dann „darf“ man auch in aller Seelenruhe sündigen!
(Ganz ehrlich, ich habe dieses Verhalten, sich mit Essen zu belohnen und zwar eben gleich doppelt und damit zu fast jedem Anlass auch schon häufiger bei mir beobachtet und ich finde das eigentlich auch nicht wirklich gut, nicht in erster Linie wegen dem vielen Zucker und den paar Pfunden zuviel, die ich mit mir herumtrage, sondern wegen dem Verhalten an sich. Dennoch hat es für mich momentan keine Priorität, da etwas zu ändern. Dauerhaft werde ich sicherlich mal was ändern müssen, aber momentan hab ich – gottseidank – kein Kind, dem ich ein Vorbild sein müsste
und hab auch gerade genügend zu tun, gewisse andere Dinge zu regeln und in geordnete Bahnen zu lenken. Da ist mir das bisschen viel Schoki zuviel grad herzlich wurscht. Ich passe auf, dass es nicht überhand nimmt und esse z.B. meistens davor erst noch etwas Obst als Ausgleich, aber das war’s dann. Projekt Zuckerfrei daher verschoben auf nächstes Jahr)
8 Antworten bis hierher ↓
Frau Momo // November 8, 2009 um 10:44
Ich esse abends auch gerne noch Schoki… an meinem Bett liegt immer irgendwas rum, aber ich kann auch gut nur ein oder zwei Stück essen.
Von zuckerfrei halte ich eh nicht viel. Ich denke, es ist wie bei allem… in Massen ist kaum was wirklich ungesund.
ivar // November 8, 2009 um 10:47
Schickes neues Design.
Ich bin auch ein Frust- und Belohnungs(fr)esser…ich find auch, man muss es halt so ein bisschen im Zaum halten – Essen nur als rein sachlich-zweckdienliche Nahrungsaufnahme zu betrachten ist ja auch öd.
[Und wenn ich diesen elend langen Aufsatz endlich fertig geschrieben hab, dann kauf ich mir wieder mal eine Tüte Kartoffelchips. Oder eine kleine feine Auswahl von Elly Seidel. Oder...]
Susan // November 10, 2009 um 7:27
Ich glaube, das ist ein vollkommen normales Verhalten, das ganz oft auch anerzogen wurde. Kaum hat man sich weh getan, hat einem die Omma ein kleines Trösterchen in den Mund geschoben. Meine Mutter hat Schoki gefuttert, wenn sie gestreßt war – Vorbild – und und und. Ich versuche da auch drauf zu achten, aber ich bin eigentlich kein Streßschokoladenesser. Ich bin, viel schlimmer!, ein Langeweileresser. Wenn mir langweilig ist oder ich viel schreibe etc., dann gibt es Süßkram.Ich belohne mich nicht, ich lenke mich ab. Und das ist nicht gut, sagt mir meine Taille. hach ja, die doofen Ernähungsgewohnheiten, daß die einen auch immer so stressen müsssen… *seufz*
Schussel // November 10, 2009 um 10:18
Die Erklärung klingt plausibel. Ich glaube auch, dass das alles in uns angelegt ist.
Und wenn ich wie Du, Frau Ansku, aufpassen könnte, dass es nicht überhand nimmt… ich glaube, dann wäre ich gar nicht auf die Zuckerfrei-Idee gekommen. Ich denke auch, dass Zucker in Maßen normal, gut und schön ist. Aber bei mir nimmt es gerade immer überhand. Und nach der ersten Woche „Zuckerfasten“ habe ich zumindest einen Eindruck davon, wo ich eigentlich stopp sagen müsste und nicht den Rest der Tafel auch noch aufessen. Mal sehen, wie das dann wird nach den vier Wochen…
Also, genieße Deine Schokolade, das gehört zum Leben
buchstaeblich // November 10, 2009 um 2:43
Obst als Ausgleich?
Augen zu, jetzt kommt eine schlechte Nachricht!
Obst enthält (Frucht-)Zucker ohne Ende! Das gleicht nicht aus, das addiert sich.
Dann lieber rohes Gemüse, Quark, Joghurt (mit ohne was drin!).
Oder einfach nur die Süßigkeit – das sind dann immer noch die wenigsten Kalorien.
Ich darf das sagen: Ich habe dieses Jahr 15 cm Taillenumfang aufgegeben und bin nicht mehr Ü sondern N.
Ansku // November 10, 2009 um 2:55
Schussel, hab ich was von aufpassen, dass es nicht überhand nimmt. Oh oh, wenn ich da an gestern abend denke. Und an vorgestern abend…
Nicht, dass hier noch ein falscher Eindruck entsteht, bei mir nimmt es auch manchmal überhand – auch mit einigen unerwünschten Nebenwirkungen. Aber ich versuche weiterhin, einen gesunden Mittelweg zu finden.
Buchstäblich, stimmt ja. Ich ess auch durchaus mal zwischendurch Gemüse. Es geht in diesem speziellen Fall auch nur darum, dass der Magen schon etwas gefüllt ist, damit man nicht mehr ganz soviel Hunger auf Süßes hat.
buchstaeblich // November 10, 2009 um 4:02
eine gute Alternative zum Verzehr von Schokolade findet man hier:
http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2008/1209/005_ernaehrung_2.jsp
Angucken reicht nämlich völlig – also einfach ein Bild von einem Schokotraum aufhängen, statt das Zeug überhaupt auch nur zu kaufen.
Ja, ich weiß, ich bin eine Spielverderberin.
Ansku // November 10, 2009 um 7:10
Dankeschön, das sind diese Sachen, die man einfach nicht wissen möchte!!!!!!