sind geknackt, Frau Wortteufel, um Ihre Frage zu beantworten.
Und zwar von Ihnen.
Herzlichen Glückwunsch, demnächst wird sich – mal wieder – ein Päckchen auf den Weg zu Ihnen machen. Und für den 4000. Kommentar ist Frau Wortteufel hiermit offiziell gesperrt.
Und so ein Jubiläum ist auch mal wieder eine Gelegenheit, innezuhalten und mich zu bedanken für die vielen tollen Kommentare, die mich immer wieder ermunter, zum Lachen bringen, nachdenklich machen, oder einfach nur ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Vielen Dank für Eure Gedanken, auch für Eure Mails, für die spontane Hilfsbereitsschaft, wo immer wieder spontan angeboten wird, etwas auszuleihen etc. etc Ich bin immer wieder von neuem erstaunt und gerührt.
Neulich, da war ich drauf und dran einen ziemlich wütenden Post zu schreiben, dass alle Vorurteile übers Bloggen stimmen, Blogger hängen den ganzen Tag nur im Netz rum, Blogger haben „kein eigenes Leben“, Blogger haben keine Freunde im „wirklichen Leben“. Es stimmt, manche Dinge in meinem Leben laufen momentan nicht so, wie sie sollten, das Hartz-IV-Phänomen, welches besagt, dass man wenn man nichts zu tun hat, auch meistens wirklich NICHTS tut, gilt auch für Akademiker, das ist auch mir inzwischen klar, es fällt Tag für Tag schwerer, dem Sinn immer wieder von neuem ein Leben zu geben und mir gehen langsam die Geduld, aber auch die Ideen aus, wie man an dieser Situation etwas ändern könnte. Und irgendwie erschien mir auch das Bloggen sinnlos, eine Ersatzbefriedigung, nichts greifbares, nichts was mich irgendwie weiterbringt. Meine momentanen Leserzahlen sind das Ziel meiner Bloggerträume, vor anderthalb Jahren war daran noch nicht zu denken. Aber was bringt mir das? Ich wollte das lange nicht zugeben, aber es die kleine Statistik rechts im WordPress-Dashboard dient meiner Eitelkeit, macht dass ich mich besser und irgendwie wertvoll, akzeptiert fühle, es ist eine Ersatzbefriedigung. Ich versank zeitweise wirklich mehr im Netz als gesund und nötig ist und als ich gewollt hätte und es kam mir alles nur noch absurder vor.
Ich hab es dann doch gelassen diesen Post zu schreiben, ich hatte keine Lust zu bloggen, es war ja auch nicht so wichtig. Und das ist auch okay so. Denn irgendwie wusste ich, dass im Grunde genommen Bloggen das ist, was wir daraus machen. Ich bestimme, wieviel Zeit mir die Bloggerei wert ist, mal ist das mehr und mal ist das weniger. Ich denke nicht daran, mich zu entschuldigen oder „abzumelden“, wenn es mal weniger ist, ich bin keinem Rechenschaft schuldig. Ich bestimme worüber ich schreibe und wen und was ich lese. Wenn mich etwas nicht interessiert, mache ich den PC aus und gehe nach draussen, wo das pralle Leben tobt. Wenn ich etwas nicht schreiben möchte, dann schreibe ich es nicht, auch wenn es möglicherweise die Leserzahlen in ungeahnte Höhen schellen lassen würde. Es gibt bekanntermaßen die vier Phasen beim Bloggen und wenn halt einmal eine blöde Phase dran ist und ich mir den Kopf zerbreche und es kommt trotzdem nichts ausser „Guten Morgen, ich bin jetzt aufgestanden. Hier scheint die Sonne.“ dabei raus, dann lasse ich es halt einfach, schreibe am nächsten Tag oder auch in der nächsten Woche weiter und es ist auch gut so. Bloggen dient vielleicht meiner Eitelkeit, aber das kann nicht alleine der einzige Antrieb sein und war es auch nie. (Außerdem gibt es noch 100.000 andere Möglichkeiten, meine Eitelkeit zu befriedigen, zum Beispiel indem ich meinem Sinn jeden Tag von neuem ein Leben gebe.) Ich möchte interessant, aber auch authentisch bleiben. Ich möchte Leute zum Schmunzeln bringen, aber auch zum Nachdenken oder zum Staunen und ich möchte vielleicht auch einmal zwischendurch die Aufmerksamkeit auf die kleinen, unscheinbaren und erstaunlichen Momente des Alltags lenken, jene die das Leben so lebenswert machen.
Auch wenn das blöd klingt. Für mich gibt es inzwischen ein Onlineleben und ein „Draußen-Leben“, diese beiden Leben muss ich immer und ständig für mich neu gewichten, genau merken wann es zuviel wird und wie bei sovielen Dingen des Lebens das für mich ganz alleine passende Maß finden. Für mich muss ich immer wieder einen Cut machen und Onlineleben Onlineleben sein lassen, es gibt definitiv wichtigere Dinge in meinem Leben. Wenn mir das gelingt, dann ist eigentlich auch diese ganze Bloggeschichte gar kein Problem, dann erledigen sich auch Vorurteile quasi von selbst. Ich hatte bis jetzt noch nie ernsthaft das Bedürfnis, mich mit diesen Vorurteilen über Blogger auseinanderzusetzen, weil sie mich eh nicht betroffen haben. Wenn sonst alles stimmt, braucht es eigentlich an sich gar keine Ersatzbefriedigung.
Ich mache mir also mein Bloggersdorf so wie es für mich passt. Und das Schönste daran ist, dass Bloggersdorf zumindest teilweise real (geworden) ist oder noch real werden wird. Ich habe Freunde im wirklichen Leben, ich habe Freunde, die aus dem wirklichen Leben mit mir nach Bloggersdorf gezogen sind, ich habe Freunde in Bloggersdorf und ich habe Freunde, die aus Bloggersdorf in mein wirkliches Leben hereingetreten sind. Das ist mehr als manch andere ihr eigen nennen können und das macht mich sehr glücklich, wann immer ich daran denke. So glücklich wie dieser Blog, wie diese Möglichkeit mich auszudrücken und meine Gedanken, Schwurbeleien und sonstigen Irrungen und Wirrungen des Lebens mitzuteilen. Nebenbei: Heute sind es auf den Tag genau drei Monate seit Beginn der Deutschlandreise, eine der tollsten Reisen, die ich in meinem Leben gemacht habe, die es ohne diesen Blog nie gegeben hätte und das ist bereits wieder so lange her, dass ich gute Lust hätte, das nochmal zu machen. Ich würde Euch alle so gerne wiedersehen!
Bloggen ist das, was wir draus machen. Jeder für sich, jeder nach seiner Fasson, jeder wie es für ihn passt. Und aber auch ganz besonders alle miteinander, in unzähligen Kommentaren, Emails und Posts.
DANKE!
10 Antworten bis hierher ↓
wortteufel // Juni 10, 2009 um 8:20
Näh.
Isch will nisch.
Nicht, weil ich Deine Päckchen nicht mag. Neeee, die sind ganz herrlich und hervorragend.
Sondern weil ich doch extra gesagt hab, ich will nicht
Hiermit spende ich den Kommentarpreis höchst offiziell an den 3001. Kommentar und möchte bitte, dass die Person ein Päckchen bekommt
Bitte.
wortteufel // Juni 10, 2009 um 8:22
Achso: Ansku, weitermachen mit diesem Blog so wie bisher
Es ist ein ganz wunderbares Juwel in der Bloggerwelt.
Ansku // Juni 10, 2009 um 8:29
Oh, das muss ich überlesen haben. Okay, wird gemacht. Das ist sehr lieb von Dir!
Ansku // Juni 10, 2009 um 8:52
Dann geht der Preis für den
30003001sten Kommentar in Ivar. Herzlichsten Glückwunsch!ivar // Juni 10, 2009 um 10:04
Ach was, das ist ja nett…ich wusste gar nicht, dass es hier auf ein Kommentarjubiläum zugeht…
Chrizzo // Juni 11, 2009 um 10:54
(Als erstes OT: Danke für Deine „Sims“, kam während der Geburtstagsfeier und in unserem Urlaub.
)
In diesem Beitrag über das Bloggen steckt sehr viel universell Wahres für jeden Einzelnen von uns. Ich drücke Dir sehr sehr die Daumen, dass es für Dich im „real life“ schnellstens wieder „weiter“ geht! Blöde WKrise, diese! Toitoitoi – Du schaffst das!
Lottea // Juni 11, 2009 um 7:01
Na, dann können wir uns wieder weiter auf die 4.000 hinspammen?
Ansku // Juni 11, 2009 um 7:23
Ich bitte darum.
ivar // Juni 11, 2009 um 10:08
Aber woran hakt’s denn eigentlich? Bist Du noch nicht zu einem Thema durchgedrungen, oder wartest Du auf eine Stelle/Themenstellung vom Chef oder so…(ist ja von Lehrstuhl zu Lehrstuhl verschieden, drum frag ich so dumm…) Wie dem auch sei, genieß auch die Zeit, die Du quasi zwischen zwei Themen bzw. Projekten rumhängst. Ich schlafe schon seit geraumer Zeit mit meiner Diss. ein und wache mit ihr auf, und wenn sie abgegeben sein wird, stehen auch schon wieder zwölfzig Sachen auf der to-do-list…was sich gut anhört, aber sich nicht immer wie eine große Perspektive anfühlt.
Dankeschön. « IVAR // Juni 15, 2009 um 3:39
[...] 15. Juni 2009 Bildreport , Fisch und Fleisch 0 Kommentare Tags: Blogs an sich So hat Frau Ansku heute dafür gesorgt, dass meine Tasse diesmal mindestens halb voll ist. Und dann noch so [...]